Arbutin ist ein natürlicher sekundärer Pflanzenstoff, der in vielen Pflanzen vorkommt. Während seine natürliche Aufnahme unproblematisch ist, birgt die synthetische Verwendung in Kosmetika erhebliche Risiken. Als erfahrener Experte für Pflanzenstoffe und Kosmetikinhaltsstoffe erklären wir die Fakten basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Arbutin dient in Pflanzenblättern und -früchten als natürliches Glykosid zum Schutz vor Fressfeinden. In Bleichcremes der Kosmetikindustrie soll es die Haut aufhellen. Für den menschlichen Körper kann es jedoch gesundheitsschädlich wirken.
In welchen Pflanzen steckt Arbutin?
Arbutin findet sich vor allem in Heidekraut- und Rosengewächsen. Beispiele sind:
- Preiselbeeren
- Erdbeeren
- Heidelbeeren
- Damiana
- Weizenkeime
- Gewöhnlicher Schneeball
- Majoran
- Birnen und Birnenblätter
In kleinen Mengen aus Beeren oder Birnen wird Arbutin problemlos über den Urin ausgeschieden.
Arbutin in Medizin und Kosmetik
Arbutin entfaltet eine desinfizierende Wirkung, die in der Medizin wertvoll ist. Arbutinreiche Bärentraubenblätter gelten als bewährtes Mittel gegen Blasenentzündungen, bakterielle Harnwegsinfektionen und Nierenbeschwerden. Verfügbar als Tee, Tropfen oder Tabletten.
In der Kosmetik wird Arbutin (oder Beta-Arbutin) für Hautaufhellungsmittel eingesetzt, um Pigmente und Pickelnarben zu bleichen. Bekannt unter Bezeichnungen wie Arbutin, Beta-Arbutin oder Arbutinum. Problematisch: Beta-Arbutin kann sich in der Haut zu D-Glucose und Hydrochinon zersetzen. Hydrochinon gilt als potenziell krebserregend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft die Anwendung in Kosmetika daher als gesundheitlich bedenklich ein. In der EU ist Beta-Arbutin in Kosmetikprodukten verboten.
Auch oral als Medizinprodukt zerfällt Arbutin zu Hydrochinon, was bei hohen Dosen Krebszellbildung begünstigen könnte. Die Einnahme ist zeitlich begrenzt. In Europa zugelassen, aber immer ärztlichen Rat einholen und Packungsbeilage beachten. Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren sollten Arbutin meiden.