Besenreiser sind in der Regel harmlos und stellen allenfalls ein kosmetisches Problem dar. Dennoch lassen sie sich durch gezielte Maßnahmen vorbeugen. Als Experten für Gefäßgesundheit empfehlen wir diese bewährten Strategien.
Besenreiser: So entstehen die feinen blauen Äderchen
Auf den ersten Blick ähneln Besenreiser einem blauen Fleck. Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich jedoch die fein verästelten Blutgefäße, die dem Phänomen seinen Namen verleihen – sie erinnern an einen Reisigbesen.
Laut dem Medizinportal Netdoktor entstehen Besenreiser, wenn Blutgefäße dauerhaft erhöhtem Druck ausgesetzt sind. Dadurch verlieren feine Adern an Elastizität und erweitern sich. Medizinisch handelt es sich um eine milde Form von Krampfadern, bei der oberflächliche, feine Gefäße betroffen sind.
Netdoktor nennt folgende häufige Ursachen:
- ein schwaches Bindegewebe
- Schwangerschaft oder Geburt
- hoher Blutdruck oder Übergewicht
- langes Sitzen oder Stehen (Blut staut sich in den Beinen)
- ungesunde Ernährung (Alkohol und Nikotin mindern die Elastizität der Zellen)
Besenreiser sind harmlos
Besenreiser treten vorwiegend an den Beinen auf, oft an Oberschenkeln, Innenseiten der Unterschenkel oder um die Fußknöchel. Sichtbare Äderchen im Gesicht haben meist andere Ursachen und werden nicht als Besenreiser klassifiziert.
Die Apotheken Umschau betont, dass Besenreiser in den meisten Fällen vollständig harmlos sind. Im Gegensatz zu ausgeprägten Krampfadern verursachen sie keine Schmerzen und deuten nicht zwingend auf tieferliegende Venenprobleme hin. Für absolute Sicherheit empfehlen wir eine Untersuchung durch einen Phlebologen.
Frauen sind früher betroffen als Männer, da ihr Bindegewebe dehnbarer ist und schneller erschlafft – ähnlich wie bei Orangenhaut. Einmal erweitert, lassen sich Venen nicht mehr mit Cremes verengen. Die beste Strategie: Prävention.
Diese Lebensmittel helfen, Besenreiser vorzubeugen
Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell für die Gefäßgesundheit. Besonders wirksam sind diese sekundären Pflanzenstoffe:
- Rutin: Stärkt die Gefäßwände und erhält ihre Elastizität. Bekannt aus rotem Weinlaub in Salben gegen Krampfadern oder schwere Beine. Nahrungsquellen: Buchweizen, Petersilie, Holunderbeeren.
- Hesperidin: Wirkt antioxidativ und verhindert Blutstaus. Enthalten in der weißen Schale von Orangen oder Zitronen – Studien bestätigen den Gefäßschutz.
Diese Nährstoffe stärken Gefäße und Bindegewebe:
- Vitamin C und Vitamin E: Als Wachstumsvitamine mit antioxidativer Wirkung fördern sie Zellneubildung und Reparatur. Quellen für Vitamin C: Sanddorn, Acerolabeeren, Paprika, Brokkoli, Grünkohl. Vitamin E: Nüsse, Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl.
- Vitamin B3 (Niacin): Unterstützt den Zellstoffwechsel. Beste pflanzliche Quellen: Vollkornbrot, Müsli, Nüsse, Kartoffeln.
- Omega-3-Fettsäuren: Senken den Blutdruck, verbessern die Zirkulation und könnten Entzündungen lindern, wie Studien zeigen (Apotheken Umschau). Quellen: Makrele, Hering oder pflanzlich Leinöl. Beim Fischkauf: Auf artgerechte Herkunft achten.
DocCheck warnt vor zucker- und vitalstoffarmer Ernährung als Risikofaktor. Vermeiden Sie Fertigprodukte, kochen Sie frisch mit Bio-Zutaten vom Markt – schnelle Rezepte machen es einfach.
Besenreiser haben bei trainierten Beinen keine Chance
Trainierte Beinmuskeln und straffes Gewebe sind der Schlüssel. Netdoktor erklärt: Venen nutzen Muskelkontraktionen als Pumpe für den Blutrückfluss, besonders die Wadenvenen.
- Bei langes Sitzen: Regelmäßig aufstehen, spazieren gehen – ideal in der Pause.
- Bei langes Stehen: Abends bewegen, dann Beine hochlagern.
Sport wie Joggen, Wandern oder Radfahren reicht 30 Minuten täglich. Auch Alltagsbewegungen wirken.
Integrieren Sie Gymnastik- oder Yoga-Übungen:
- Beine dehnen: Auf dem Rücken liegend Beine senkrecht strecken, Fußspitzen ziehen und kreisen.
- Radfahren in Rückenlage: Angewinkelte Beine wie beim Radtreten bewegen.
- Stehübung: Auf Zehenspitzen wippen, dann Fersen dehnen.
Weitere Tipps gegen Besenreiser
Beginnen Sie den Tag mit Wechselduschen für bessere Durchblutung:
- Heiße Dusche: Beine massieren, auch Innenseiten.
- Kalte Dusche: Rechts von unten nach oben, dann links.
- Trocknen und cremen.
Bürstenmassage meiden oder betroffene Stellen auslassen, um Gewebe nicht zu reizen.
Abends Kräutertee: Brennnessel (bei Hypertonie), Johanniskraut (mit Rutin).
Pflegen Sie mit Cremes aus rotem Weinlaub (Rutin) oder Rosskastanie – Studien deuten auf positive Effekte bei Krampfadern hin.