Die richtige Ernährung bei Gicht ist unkompliziert: Setzen Sie auf vielfältiges Obst und Gemüse. Erfahrene Ernährungsexperten erklären, worauf es ankommt.
Ernährung und Gicht: Eine enge Verbindung
Gicht verursacht geschwollene, extrem schmerzhafte Gelenke, bei denen schon die leichteste Berührung wehtut. Typisch sind schubweise auftretende Beschwerden, oft begleitet von starkem Fieber, das Betroffene kaum noch bewegen lässt. Bei akuten Anfällen sind Medikamente und ärztliche Hilfe essenziell.
Auslöser sind häufig ernährungsbedingt. Bereits antike Mediziner beobachteten Gichtschübe nach üppigen Mahlzeiten mit viel Fleisch, Geflügel und Alkohol – lange galt Gicht als "Krankheit der Reichen".
Ernährung bei Gicht: Umgang mit Purinen
Purine entstehen natürlich beim Zelltod und werden normalerweise zu Harnsäure abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Bei Gicht ist dieser Prozess gestört: Überschüssige Harnsäure kristallisiert in Gelenken wie Händen, Füßen oder Knien.
Früher riet man zu purinfreier Kost – heute differenzieren Experten der Apotheken Umschau: Bewerten Sie Lebensmittel ganzheitlich. Manche Purine werden durch schützende Nährstoffe ausgeglichen und sind in Maßen verträglich.
Beispiele für purinreiche Lebensmittel:
Gemüse:
- Hülsenfrüchte, Spargel und Spinat haben höhere Purinwerte.
- Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen liefern verträgliche Proteine, die Gicht lindern. Linsen sparsam dosieren.
- Spargel fördert harntreibend die Harnsäureausscheidung – in Maßen erlaubt bei purinarmer Gesamtkost.
- Studien zeigen: Purinreiches Gemüse löst keine Anfälle aus.
Fisch und Meeresfrüchte:
- Krebstiere, Ölsardinen, Sardellen und Heringe sind purinreich.
- Die Deutsche Apotheker Zeitung rät nicht zum Verzicht: Fettreiche Fische wie Lachs, Makrele oder Hering liefern Omega-3-Fettsäuren, die Entzündungen hemmen und Anfälle mildern.
- Wählen Sie nachhaltig gefangenen Fisch. Manche Arten meiden wegen Überfischung. Mehr dazu: 5 Gründe, warum wir lieber keinen Fisch mehr essen sollten. Alternativen: Leinöl.
Ernährung bei Gicht: Purinreiche Lebensmittel meiden
Streichen Sie diese weitgehend:
Fleisch und Geflügel:
- Innereien und Haut sind purinreich – z. B. Schweinsbraten mit Schwarte oder Grillhähnchen.
- Vermeiden Sie Wurst mit Innereien. Mageres Filet oder hautloses Geflügel ist besser.
Bier:
- Hefe macht Bier purinreich – auch alkoholfrei meiden.
Weitere Risikofaktoren bei Gicht meiden
Nieren sind der Engpass für Harnsäure. Zusätzliche Belastungen fördern Anfälle.
Meiden Sie:
Alkohol:
- Insbesondere hochprozentig: Wird zu Aceton abgebaut, hemmt Nieren und fördert Purinbildung (Deutsche Apotheker Zeitung).
Fructose:
- Belastet Nieren, besonders industrieller Fructosesirup oder Isoglucose in Softdrinks, Säften, Eis, Joghurt, Riegeln, Fertiggerichten oder Ketchup.
- Obst nicht meiden: Vitamine helfen. Wählen Sie fructoseärmere Sorten wie Beeren.
Ideale Ernährung bei Gicht: Bunt und purinarm
Vielfältiges Obst, Gemüse und Vollkorn sind purinarm. Maß halten ist entscheidend.
Praktische Tipps:
- Ausgewogen: Viel Obst, Gemüse, Vollkorn, Müsli.
- Magermilch, ungesüßter Bio-Naturjoghurt statt Fruchtjoghurts.
- Fisch gelegentlich, Fleisch sparsam.
- 2 Liter stilles Wasser, ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee (bio).
- Kaffee (auch entkoffeiniert) wirkt positiv (Deutsche Apotheker Zeitung).
Purinlimit: Ca. 200 mg/Tag (Netdoktor). Passen Sie an Harnsäurewerte, Größe und Gewicht an – ärztlichen Rat einholen. Nutzen Sie den Purin-Rechner der Deutschen Gicht-Liga (App/Online).
Normalgewicht halten entlastet Gelenke und Stoffwechsel.
Gichtfreundliche Lebensmittel: So greifen Sie richtig zu
Apotheken Umschau empfiehlt:
Vitamin C:
- Stärkt Immunsystem, mindert Entzündungen. Reichlich in Acerola, Sanddorn, Grünkohl, Brokkoli.
- Ab 500 mg/Tag senkt Risiko (Studien) – ggf. Supplements nach ärztlichem Rat.
Milchprodukte:
- Magermilch, Quark, Frischkäse, natürlicher Joghurt. Reduzieren Anfälle (Studien).