Geben Sie Ingwer in Ihren Frucht-Smoothie, rühren Sie Kurkuma in Suppen und Rühreier oder streuen Sie Nelken und Zimt über Haferflocken und Apfelmus – für einen sofortigen Geschmackskick.
Genau diese Gewürze, die Ihren Lieblingsspeisen intensiven Geschmack verleihen, bieten zudem erhebliche gesundheitliche Vorteile. Studien belegen: Zimt kann die Blutzuckerkontrolle verbessern, Ingwer lindert Übelkeit, Kurkuma fördert Gedächtnis und Stimmung, und Knoblauch stärkt das Immunsystem.
DIE FORSCHUNG
Neueste Studien zeigen, dass bereits 6 Gramm (ca. 1 Esslöffel) Gewürzmischung zu einer fett- und kohlenhydratreichen Mahlzeit Entzündungen reduzieren kann. Chronische Entzündungen gelten als Ursache für Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Diabetes, Krebs und Arthritis.
Die 2020 im Journal of Nutrition veröffentlichte Studie untersuchte übergewichtige oder fettleibige Männer mittleren Alters mit Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie großem Taillenumfang, grenzwertigem Blutzucker oder hohem Blutdruck.
Jeder Teilnehmer aß drei Varianten derselben fettreichen, kohlenhydratreichen Mahlzeit: eine ohne Gewürze, eine mit 2 Gramm Gewürzmischung und eine mit 6 Gramm. Bluttests vier Stunden nach dem Essen zeigten bei der 6-Gramm-Variante deutlich geringere Entzündungswerte.
ENTZÜNDUNGSHEMMENDE WIRKUNGEN
„Entzündungen bilden die Grundlage vieler chronischer Erkrankungen“, erklärt Co-Autorin Connie J. Rogers, PhD, MPH, außerordentliche Professorin an der Pennsylvania State University. „Wir wissen, dass bestimmte Nahrungsmittel akute Entzündungen auslösen können. Unsere Idee: Gesünder essen, um das zu mindern.“
Rogers kooperierte mit dem McCormick Science Institute, um die populärsten Gewürze auszuwählen. Die Mischung aus Basilikum, Lorbeerblatt, schwarzem Pfeffer, Zimt, Koriander, Kreuzkümmel, Ingwer, Oregano, Petersilie, Paprika, Rosmarin, Thymian und Kurkuma hatte in früheren Studien entzündungshemmende Effekte gezeigt.
DIE ROLLE DER GEWÜRZE
„Gewürze sind getrocknete Pflanzen mit hochkonzentrierten bioaktiven Stoffen – in nur einem Esslöffel Gewürzmischung“, sagt Rogers. „Es gibt Hinweise, dass sie das Darmmikrobiom beeinflussen und so Entzündungen verringern könnten.“
Ob mehr als 6 Gramm Gewürze kumulative Effekte haben, ist noch nicht erforscht. Doch Rogers betont: Eine gewürzreiche Ernährung schadet der Gesundheit sicher nicht.
Vandana Sheth, registrierte Ernährungsberaterin aus Los Angeles und Autorin von My Indian Table: Quick & Tasty Vegetarian Recipes, rät zur Kreativität in der Küche, um Geschmack und Gesundheit zu maximieren.
„Gewürze verleihen ein faszinierendes Aroma- und Geschmacksprofil und heben jede Mahlzeit auf ein neues Level“, sagt sie.
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Laut Sheth passen Gewürze zu Haferflocken, Eiern, gebratenem Gemüse, Salatdressings, Tee, Smoothies oder sogar Milch. Frisch oder getrocknet – letztere früh im Kochprozess hinzufügen, um Aromen zu entfalten.
Für frische Qualität: Einkauf auf Bauernmärkten, in ethnischen Märkten oder bei rotierenden Händlern. Oder selbst anbauen: Basilikum, Thymian, Petersilie und Oregano in Töpfen auf der sonnigen Fensterbank.
DAS ERGEBNIS
Gewürze in fett- und kohlenhydratreichen Mahlzeiten wirken wie köstliche Medizin.
„Sogar bei gesunden, normalgewichtigen Menschen kann eine fettreiche Mahlzeit Entzündungen triggern“, sagt Rogers. „Gewürze könnten das abmildern – ideal auch für Jüngere und Gesunde.“