Studien zeigen, dass Zielsetzung, finanzielle Anreize und freundlicher Wettbewerb die Motivation zum Trainieren fördern können. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2018, veröffentlicht in Medicine and Science in Sports and Exercise, deutet darauf hin, dass Achtsamkeit ebenfalls einen entscheidenden Beitrag leistet.
Details der Studie
Die Forscher verfolgten 66 Teilnehmer, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden: Die Übungsgruppe nahm wöchentlich an 2,5-stündigen Sitzungen teil, in denen Trainings- und Verhaltensstrategien vermittelt sowie Gruppenfitness praktiziert wurde. Die Achtsamkeitsgruppe widmete sich achtsamen Bewegungen und Atemübungen in gleicher Dauer. Die Kontrollgruppe erhielt keine Intervention. Beide Interventionsgruppen wurden aufgefordert, die Praktiken zu Hause mindestens 20 Minuten täglich fortzusetzen.
Nach acht Wochen waren die Achtsamkeitspraktizierenden signifikant länger und aktiver als die Kontrollgruppe.
Was ist Achtsamkeit?
Achtsamkeit bedeutet, Ablenkungen auszuschließen und sich voll auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren. Das verwendete Training basierte auf dem Programm von Jon Kabat-Zinn an der University of Massachusetts, das geführte Meditationen, Atemübungen und Dehnungen integriert.
Obwohl die Studie keine kausalen Mechanismen untersuchte, spekuliert Jacob Meyer, PhD, Assistenzprofessor für Kinesiologie an der Iowa State University: „Meditation und ein achtsames Körperbewusstsein könnten zu aktiveren Entscheidungen führen – etwa zu Fuß nach Hause gehen statt fahren oder Zeit für ein Morgenjoggen einplanen.“
Eine weitere Studie in der Zeitschrift Mindfulness bestätigt: Achtsamkeitspraktizierende zeigten höhere Trainingsmotivation und verbrachten mehr Zeit mit körperlicher Aktivität.
Jean Fournier, PhD, Professor für Sportpsychologie an der Universität Paris Nanterre, erklärt: Automatische Gewohnheiten wie Sofa und Fernsehen brechen sich nur durch achtsame Bewusstmachung.
Achtsamkeit zählt zur Motivation
„Bewusstsein für automatisches Verhalten ist der erste Schritt zur Veränderung“, betont Fournier. „Achtsamkeitstraining hilft, ungesunde Muster zu erkennen und zu ersetzen.“
Umgekehrt fördert eine Studie in Mental Health and Physical Activity Aerobic-Sport wie Laufen oder Schwimmen die Achtsamkeit und damit die psychische Gesundheit.
Meyer sieht Potenzial: „Für diejenigen, die mehr als neue Sportschuhe brauchen, könnten achtsamkeitsbasierte Ansätze der Schlüssel zu einer dauerhaften Routine sein.“
Fournier empfiehlt Apps oder Kurse für Einsteiger. „Tief durchatmen und sich Ihrer Gefühle bewusst werden, hilft unabhängig von Ihren Zielen“, ergänzt Meyer.