In den USA haben rund 36 Prozent der Frauen – also jede Dritte – sexuelle Übergriffe erlebt. Bei Männern sind es etwa jeder Sechste, der im Laufe seines Lebens sexuellen Missbrauch erfährt.
Psychologen und Mediziner untersuchen intensiv die oft schwer greifbaren psychischen und körperlichen Langzeitfolgen, die Betroffene tragen müssen.
Eine aktuelle Studie mit 304 Frauen im Alter von 40 bis 60 Jahren beleuchtet präzise, wie sexuelle Belästigung und Übergriffe die körperliche und mentale Gesundheit über Jahre beeinträchtigen. (19 Prozent der Teilnehmerinnen berichteten von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, 22 Prozent von sexueller Belästigung allgemein, 10 Prozent von Belästigung kombiniert mit Körperverletzung.)
Die Experten maßen mentale und physische Gesundheitsindikatoren und fanden: Frauen mit Belästigungserfahrungen am Arbeitsplatz wiesen erhöhten Blutdruck und reduzierte Schlafqualität auf. Betroffene sexueller Übergriffe zeigten stärkere depressive Symptome, ausgeprägtere Angststörungen und ebenfalls schlechtere Schlafqualität im Vergleich zu anderen.
Trotz der begrenzten Stichprobengröße sind die Ergebnisse hochsignifikant. Sie unterstreichen, dass sexuelle Gewalt bleibende Spuren in der physischen und psychischen Gesundheit von Frauen hinterlässt.
Angesichts der anhaltenden Debatte über sexuelle Gewalt in den Medien drängen diese Befunde auf umfassende Maßnahmen und echte Veränderungen.