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Emotionen abfüllen oder grübeln: Die schädlichen Folgen für Ihre Psyche – von Harvard-Psychologin Susan David

Der Spruch „nur positive Vibes“ klingt harmlos, doch der Druck, ständig fröhlich zu sein, führt oft dazu, dass Menschen ihre wahren Gefühle verdrängen. Susan David, Ph.D., Psychologin an der Harvard Medical School, identifiziert zwei gängige Strategien zur Vermeidung innerer Schmerzen – Abfüllen und Grübeln –, die langfristig die psychische Gesundheit belasten.

In einer Podcast-Folge von mindbodygreen erläutert David diese Prozesse und ihre mentalen Auswirkungen detailliert.

Was bedeutet es, Emotionen abzufüllen?

Beim Abfüllen schieben Betroffene ihre Gefühle beiseite, um erzwungene Positivität oder Dankbarkeit zu simulieren, statt sie mit Selbstmitgefühl anzunehmen. Das schafft einen Teufelskreis, betont David.

„Der innere Schmerz verschwindet nicht, wenn wir ihn ignorieren“, erklärt sie. „Wir müssen uns ihm stellen.“

Sie vergleicht es mit dem Tragen eines schweren Buchstapels über weite Strecken: Es kostet immense Kraft, vernebelt die Sicht und verhindert, Hilfe von anderen wahrzunehmen.

„Eine enorme mentale Energie fließt in das Wegdrücken von Gefühlen“, ergänzt David.

Was ist Grübeln über Emotionen?

„Das Gegenteil zum Abfüllen ist das Grübeln“, sagt David. Hier erkennt man die Emotionen, ärgert sich jedoch darüber und bleibt darin stecken, statt sie zu verarbeiten.

Mit einer ähnlichen Buch-Metapher beschreibt sie Grübeln als Klammern der Bücher direkt an die Brust – man übersieht die Bedürfnisse anderer und eigene Chancen.

Welche Folgen haben Abfüllen und Grübeln für die Psyche?

Abfüllen bedeutet, Emotionen wegzuschieben; Grübeln, darin zu verharren. Beide wirken unterschiedlich, fordern aber einen hohen Preis für mentale Gesundheit und Wohlbefinden, warnt David.

Menschen mit dieser Neigung zeigen öfter Depressionen, Ängste und geringeres Selbstwertgefühl.

Obwohl sie als simpler erscheinen als echte Verarbeitung oder Hilfe-Suche, verbrauchen sie enorme mentale Ressourcen. Am Ende fehlt die Kraft für Problemlösungen oder Fortschritt, erklärt David.

Emotionen sind natürlicher Teil des Menschseins. Wer sie blockiert, erschwert Verletzlichkeit und tiefe Beziehungen – ob privat oder beruflich.

Der gesunde Umgang mit Emotionen

Der erste Schritt: Emotionen anerkennen und benennen. Statt sie als negativ oder positiv zu labeln, beschreiben Sie sie präzise.

Sobald Gefühle klar benannt sind, gelingt es leichter, sie aktiv zu nutzen und voranzukommen.