Lebensstilfaktoren wie ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung wirken sich nachweislich positiv auf die Gehirngesundheit aus. Angesichts des Anstiegs neurologischer Erkrankungen wie Alzheimer suchen Forscher intensiv nach Methoden, um die kognitive Funktion langfristig zu erhalten. Bereits in unseren mbg Wellness-Trends 2019 prognostizierten wir, dass Gehirngesundheit zu einem zentralen Thema werden würde – und so kam es auch.
Eine aktuelle Studie des D'Or Institute for Research and Education, veröffentlicht in der renommierten Fachzeitschrift NeuroImage, zeigt: Weniger als eine Stunde Neurofeedback – eine innovative Form des Gehirntrainings – stärkt Nervenverbindungen und verbessert die neuronale Kommunikation signifikant.
Was ist Neurofeedback?
Neurofeedback ist eine spezielle Biofeedback-Methode, die Gehirnwellen in Echtzeit misst und aufzeichnet. Sie trainiert das Gehirn, Aktivität optimal zu steuern. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen zudem positive Effekte bei der Linderung chronischer Schmerzen.
So wurde Neurofeedback in der Studie eingesetzt
Das Ziel: Erhöhung der Aktivität in Gehirnregionen, die für Handbewegungen zuständig sind. Teilnehmer stellten sich vor, die Hände zu bewegen, ohne es tatsächlich zu tun. Etwa die Hälfte erhielt 30 Minuten Neurofeedback, die Kontrollgruppe nicht.
Die Analyse der Nervenbahnen ergab: Die Neurofeedback-Gruppe wies gestärkte Verbindungen im Corpus callosum – der Brücke zwischen linker und rechter Gehirnhälfte – sowie in motorischen Bahnen auf. Zudem profitierte das Default-Mode-Netzwerk, das bei Schlaganfall oder Parkinson oft geschädigt ist.
„Wir haben gezeigt, dass Neurofeedback ein wirksames Tool ist, um Gehirnveränderungen in Rekordzeit zu erzeugen. Nun planen wir Studien mit Patienten neurologischer Erkrankungen“, erklärt Fernanda Tovar Moll, Präsidentin des IDOR und Studienleiterin.
Ausblick: Die Zukunft der Gehirngesundheit
Weitere Forschung ist nötig, um therapeutische Anwendungen bei Alzheimer & Co. zu validieren. Dennoch eröffnet diese Entdeckung spannende Perspektiven: Neuronale Verbindungen könnten rasch umstrukturiert werden – ein Hoffnungsträger für Prävention und Therapie neurologischer Störungen.