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Perinatale Angst: So fühlt sie sich wirklich an – Meine persönliche Erfahrung

Schluchzend saß ich nach meinem ersten Hebammentermin auf dem Bett. Die Hebamme war wunderbar: liebevoll, unterstützend und hochkompetent. In ihrer Nähe fühlte ich mich wärmer, sicherer und gestärkt – mehr als je zuvor in meiner Schwangerschaft. Doch plötzlich bahnten sich Schluchzer mit atemberaubender Geschwindigkeit ihren Weg aus meiner Kehle, Tränen strömten über mein Gesicht. Mein Mann saß neben mir, rieb kreisend meinen Rücken und fragte immer wieder, was los sei. Ich rollte mich zusammen, bedeckte meine Augen und füllte den Raum mit Schreien statt mit Worten, die ich einfach nicht fand.

Ich war ängstlich, schämte mich, fühlte mich schwach und unfähig, gefangen in einem fremden Körper, der sich in den nächsten sieben Monaten weiter verändern würde. Ein Gefühl des Untergangs überkam mich – unerklärlich, aber unausweichlich.

Das war nicht mein erstes Zusammentreffen mit Angst. Die ständige Sorge, die Unfähigkeit, im Hier und Jetzt zu sein, der rasende Puls, die Enge in der Brust, Atembeschwerden und das hilflose Gefühl, dass etwas nicht stimmt – all das begann in meinen frühen 20ern. Aus chronischer Angst wurden tägliche Panikattacken, die mich zu einem Psychiater in New York führten. Nur kurz willigte ich in die niedrigste Dosis eines SSRI ein. Nach Jahren mit Medikamenten, chinesischer Medizin, vedischer Meditation, Aromatherapie, Gesprächstherapie und einem radikalen Lebensstilwechsel (ich verließ ein New Yorker Startup und arbeite nun aus einer kleinen Strandstadt in Puerto Rico) hatte ich meine Angst endlich im Griff. Bis ich schwanger wurde.

Perinatale Angst ist häufig, wird aber selten thematisiert

Was ich vor meiner Schwangerschaft nicht wusste: Perinatale Angst- und Depressionszustände (einschließlich solcher während der Schwangerschaft und unmittelbar danach) sind eine der häufigsten Komplikationen. Bis zu eine von sieben Frauen ist betroffen. Ich ahnte nicht, dass sie sich von "Baby Blues" oder postpartalen Depressionen unterscheiden und häufiger Frauen mit Vorgeschichte psychischer Erkrankungen treffen – besonders bei hormonell bedingter Angst, wie Reproduktionspsychiaterin Dr. Alexandra Sacks erklärt.

Perinatale Angst unterscheidet sich von normaler Angst. Meine bewährten Strategien hatten gegen den Hormonsturm im ersten Trimester keine Chance. Trotz meiner Freude auf die Mutterschaft fragte ich mich, wie ich diese Schwangerschaft überstehen sollte.

Strategien gegen perinatale Angst und Depression

Perinatale Angst und Depression äußern sich individuell, werden aber von der United States Preventive Services Task Force als schwere oder leichte depressive Symptome definiert: Energiemangel, Konzentrationsstörungen, Schlaf- und Essveränderungen, Wertlosigkeitsgefühle oder Suizidgedanken seit mindestens zwei Wochen. Empfohlen werden Therapie, Bewegung, Ernährung und Medikamente – doch es gibt keine einheitliche Lösung.

Das Wichtigste: Hilfe suchen, rät Dr. Sacks. Mutter und Baby sind gesundheitlich verbunden – was der Mutter guttut, hilft auch dem Kind. Sie empfiehlt Körper-Geist-Praktiken wie Akupunktur, Meditation, pränatale Massage, Yoga, Bewegung und Lichttherapie plus stärkeren sozialen Support. "Keine Mutter muss leiden – jede verdient es, sich besser zu fühlen", betont sie.

Nutzen Sie Ihr Support-System

Nach dem Termin zog ich alle Jalousien zu und schaltete das Licht aus – ich konnte das nicht allein stemmen. Ich rief Frauen an, die Ähnliches erlebt hatten. Ich sprach meine Ängste aus und erntete überwältigendes Verständnis: Es ist okay, ich bin okay, diese "Komplikation" macht mich nicht zu einer schlechten Mutter.

Wenn Sie zu den sieben von hundert betroffenen Müttern gehören: Holen Sie sich Hilfe! Sprechen Sie mit Partner, Arzt und Freundinnen. Sie erinnern Sie: Sie sind nicht allein und schaffen das. Medikamente, Therapien, Körper-Geist-Methoden, Naturheilmittel und emotionale Unterstützung helfen Ihnen durch Schwangerschaft und darüber hinaus.

Denken Sie: Auch das geht vorüber – mit einer Armee von Frauen, die denselben Kampf gewonnen haben.