Als die COVID-19-Fälle zunahmen, stiegen auch Einsamkeit, Isolation und vielfältige Ängste – emotional, finanziell und gesundheitlich – rasant an. Frische Daten der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) offenbaren die Dramatik dieser psychischen Gesundheitskrise.
Der Bericht analysiert Umfragen von 5.412 Erwachsenen zu ihrer psychischen und verhaltensbezogenen Gesundheit Ende Juni. Über 10 % der Befragten berichteten von ernsthaften Suizidgedanken in den letzten 30 Tagen (im Vergleich zu 4,3 % im Jahr 2018). Besonders betroffen waren junge Erwachsene, Schwarze und Hispanics, wesentliche Arbeitskräfte sowie unbezahlte Pflegekräfte. Hier die Prozentsätze pro Gruppe:
- Unbezahlte Pflegekräfte für Erwachsene: 30,7 %
- Junge Erwachsene (18 bis 24): 25 %
- Wesentliche Arbeitskräfte: 21,7 %
- Hispanische Befragte: 18,6 %
- Schwarze Befragte: 15,1 %
Zusätzlich gaben 13,3 % an, Substanzen wie Alkohol oder Drogen zum Coping eingesetzt zu haben; 26,3 % erlitten trauma- und stressbedingte Störungen (TSRD); 30,9 % litten unter Depressionen oder Angststörungen.
Laut Bericht hängt dieser Einbruch der psychischen Gesundheit mit der Virus-Sterblichkeit, Social Distancing und Lockdowns zusammen.
Die Verbindung zwischen COVID-19 und psychischer Gesundheit
Der mentale Schaden war enorm – und diese Zahlen unterstreichen es: Jeder Vierte unter jungen Erwachsenen dachte ans Suizid.
„Vor COVID steckten wir bereits in einer Einsamkeitsepidemie, bei der etwa die Hälfte der Amerikaner sich einsam fühlte“, erklärte Psychiaterin Nina Vasan, M.D., MBA, zuvor. Die Pandemie traf nun auch die Vorherigen.
„Social Distancing erschwerte es, soziale und gesundheitliche Bedürfnisse zu priorisieren, da viele geliebte Aktivitäten wegfielen“, betont Vasan.
Einsamkeit fördert Körperbeschwerden, Krankheitsrisiken, Depressionen und Suizidgedanken. Tatsächlich stiegen neue Antidepressiva-Rezepte um 19 %. Kombiniert mit Virusunsicherheit, Jobverlusten und Trauer prognostizieren Experten eine psychiatrische Epidemie.
Neuropsychiater Daniel Amen, M.D., nennt es die „Pandemie im Quadrat“ und rät: Kümmert euch proaktiv um eure psychische Gesundheit. „Setzt Soziales, Geistiges und Körperliches an erste Stelle“, mahnt Vasan.
Bei anhaltenden Depressionen oder psychischen Symptomen: Suchen Sie einen Arzt auf. Bei Suizidgedanken: Rufen Sie die National Suicide Prevention Lifeline unter 1-800-273-8255 an.