Mit chronischen Schmerzen zu leben, hätte ich mir Anfang 20 nie vorgestellt. Ich war jung, fit und achtete auf meine Gesundheit. Doch meine Gelenke schmerzten zunehmend, und meine Hände entzündeten sich scheinbar grundlos. War das normal? Weit gefehlt.
Die Symptome wurden unübersehbar
Bereits zu Pandemiebeginn nahmen kleine Beschwerden zu. Meine Augen waren dauerhaft gerötet und wund, Muskeln schwach, Rücken schmerzhaft. Ich schob es auf Homeoffice und Bewegungsmangel. Doch Augentropfen halfen nicht. Mein Optiker erwähnte Lupus und riet zum Hausarzt.
Die Blutanalyse zeigte erhöhte Entzündungswerte. Nächster Schritt: Rheumatologe. Nach Röntgen, Ultraschall und einem langen MRT lagen die Ergebnisse vor.
Die Diagnose: Ankylosierende Spondylitis
Das Warten auf medizinische Befunde ist quälend. Bei meinem Video-Termin beim Rheumatologen änderte sich alles. Das MRT offenbarte eine Entzündung in der rechten Hüftgelenksregion. Zusammen mit den Symptomen lautete die Diagnose: Ankylosierende Spondylitis (AS).
Erklärte er: Eine seltene Autoimmunerkrankung ähnlich der rheumatoiden Arthritis, die vor allem die Wirbelsäule betrifft. Bei Fortschreiten kann sie zu Wirbelfusion führen. Selten, häufiger bei Männern. Nach zwei Monaten Tests war Erleichterung da – keine Einbildung, kein Krebs, aber lebenslang ohne Heilung.
Der Umgang mit der neuen Realität
Die Monate danach waren dunkel: Leugnen, Wut, Inspiration. Als zertifizierte Yogalehrerin bei einem Wellness-Unternehmen fragte ich mich: Wie konnte das passieren? Wie heile ich mich?
Autoimmunerkrankungen wie AS lassen sich nicht „zulassen“. Ressourcen sind rar, Remissionen selten. Mein Arzt empfahl Biologika – Immunsuppressiva, unattraktiv in Pandemiezeiten.
Stattdessen tauchte ich in Facebook-Gruppen, Blogs und Studien ein. Erfolgreich bei Betroffenen: Regelmäßige Bewegung, Stressreduktion, entzündungshemmende Ernährung (z. B. gluten- und stärkearm).
Mein Management-Strategie heute
Kein perfektes Rezept, aber nach fast zwei Jahren habe ich AS besser im Griff. Ernährung und Bewegung sind Schlüsselfaktoren gegen Schubphasen (Flares). Zucker, raffinierte Öle, Alkohol und Gluten triggern Symptome. Wenig Bewegung verstärkt Steifheit.
Größter Trigger: Stress. Rote, geschwollene Hände signalisieren es. Eine Therapeutin für chronische Schmerzen half mir, Stress zu managen und Ursachen anzugehen. Fokus: Homöostase von Körper, Geist und Seele. Lebensstil zählt – Perfektion nicht.
Biologika? Option, falls nötig. Ich hoffe auf Fortschritte in der Autoimmunforschung.
Was ich anderen mitgeben möchte
Unsichtbare Krankheiten isolieren. Doch: Du bist nicht allein. Autoimmunerkrankungen nehmen zu. Sprecht darüber, sucht Unterstützung. Hört auf euren Körper, bleibt informiert. Wie Randy Pausch sagte: „Die Karten, die wir bekommen, können wir nicht ändern – nur, wie wir spielen.“