Eine absolute Garantie für coronafreie Innenräume gibt es nicht. Dennoch können bewährte Methoden das Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen erheblich senken, wie Experten der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene bestätigen.
In Innenräumen mit geringem Luftaustausch können Coronaviren in feinen Aerosolen stundenlang in der Luft verbleiben. Diese entstehen beim Sprechen, Niesen, Husten, Singen oder Schreien. Während die Tröpfcheninfektion als Hauptübertragungsweg gilt, warnen Fachleute wie Peter Walger vor Aerosol-Risiken bei stagnierender Luft. Hier sind praxisnahe Maßnahmen:
Coronafreie Innenräume durch Stoßlüften
Die effektivste und einfachste Methode: Stoßlüften. Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster und Türen weit, um einen starken Luftstrom zu erzeugen. Warme Innenluft trifft auf kühle Außenluft und strömt nach draußen – Viren und Aerosole werden so verdünnt. Ideal ist die Querlüftung für optimalen Durchzug.
Tipp: Regelmäßiges Lüften minimiert Aerosol-Risiken, ersetzt aber nicht den Mund-Nasen-Schutz, Abstand von 1,5 Metern oder Hygienemaßnahmen.
Raumdesinfektion: Chancen und Risiken
Viele Firmen vernebeln Desinfektionsmittel wie Formaldehyd oder Wasserstoffperoxid. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt jedoch vor Reizungen und Krebsrisiken bei Formaldehyd – Grenzwerte einhalten und Räume nicht sofort betreten. Wasserstoffperoxid zerfällt harmlos, doch hohe Konzentrationen schaden den Atemwegen. Das RKI stuft Vernebeln als „weniger effektiv“ ein und rät ab. Besser: Flächen mit schadstofffreien Mitteln abwischen, um Stabilisatoren wie Schwermetalle zu vermeiden.
HEPA-Filter und UV-Strahlung gegen Aerosole
HEPA-Filter (Hochleistungs-Partikelfilter) fangen Partikel inklusive Virengröße ein, wie Studien der NASA und des Umweltbundesamts belegen. Ideal für Krankenhäuser oder stark frequentierte Räume mit schlechter Ventilation, weniger für Privathaushalte. Kritiker bezweifeln die Corona-Wirksamkeit, da Übertragung primär personell erfolgt. UV-C-Bestrahlung tötet Viren, ist aber auf Nahbereich (max. 30 cm) beschränkt und gesundheitsschädlich.
Klimaanlagen und Ventilatoren richtig nutzen
Klimaanlagen fördern Luftzirkulation, wenn sie frische Außenluft zuführen und wartungsfähig sind. Sonst verteilen sie Viren. Für Büros: Je nach Raumgröße und Personenzahl prüfen. Ventilatoren bei schwacher Stufe ans offene Fenster stellen, nicht direkt auf Personen gerichtet. Alle Öffnungen leicht geöffnet erzeugen sanften Strom.
Hinweis: Klimaanlagen verbrauchen viel Energie – ökologisch und kostspielig. Oft reicht Stoßlüften mit Ventilatorhilfe.