Haben Sie je beobachtet, wie Ihre Mutter, Ihr Vater oder Ihr Partner in stressigen Situationen total unterschiedlich reagieren? Das ist keine Einbildung. Männer und Frauen erleben Stress oft verschieden und reagieren auf Auslöser unterschiedlich. Laut der American Psychological Association (APA) zeigen Frauen stärkere körperliche und emotionale Reaktionen auf Stress als Männer. Diese Unterschiede wirken sich nicht nur emotional aus, sondern auch auf Ernährung, Bewegung und Gewicht aus.
„Wenn wir gestresst sind, beeinflusst das unseren Appetit und damit unser Essverhalten“, erklärt die Psychologin Marni Amsellem, PhD. „Manchmal essen oder trinken wir mehr, manchmal vergeht einem der Appetit komplett.“
Stress kann zu Gewichtsveränderungen führen
Laut dem aktuellen „Stress in America“-Bericht der APA gaben 45 % der Frauen und 39 % der Männer an, während der Pandemie ungewollt zugenommen zu haben. Gleichzeitig verloren 20 % der Männer und 17 % der Frauen unbeabsichtigt Gewicht.
„Was wir essen, beeinflusst unsere emotionalen Gefühle – oft sogar von Minute zu Minute“, betont Mike Fitch, zertifizierter Personal Trainer. „Bei Stress greifen viele zu Komfortfood, das Entzündungen oder Blutzuckerschwankungen verursacht und Angst sowie Stress sogar verstärkt. Saubere, unverarbeitete Lebensmittel aus guten Quellen können hingegen echte emotionale Erleichterung bringen.“
Die Auswirkungen externer Stressoren
Viele essen in schwierigen Situationen, oft unbewusst als Reaktion auf Angst. Besonders während der Pandemie hatten solche Trigger selten mit Essen zu tun.
„Viele Frauen verließen die Belegschaft und erlebten mehr Stress durch die neue Arbeitsteilung zu Hause – es lastete stärker auf ihnen“, sagt Amsellem. „Plötzlich mussten sie Kinder betreuen und unterrichten, was nicht zu ihrer Jobbeschreibung gehörte.“
Solche hochstressigen Situationen treiben Frauen oft zu Trostessen oder umgekehrt zu verminderter Lust aufs Essen.
Obwohl Filme Frauen oft als emotionale Esser zeigen – etwa mit einem Löffel Eis nach einer Trennung –, gilt das nicht nur für sie.
„Auch Männer sind emotionale Esser“, betont Amsellem. „Es ist eine gelernte Assoziation: ‚Damit tröste ich mich‘ oder ‚Das esse ich aus Langeweile‘. Egal welcher Trigger, der Griff geht zum Lieblingskomfortfood.“
Machen Sie sich zur Priorität
Frauen landen oft in Betreuungsrollen – für Kinder, Eltern oder Partner. In den USA sind zwei von drei Pflegepersonen Frauen. Wer sich um andere kümmert, vernachlässigt häufig die eigenen Bedürfnisse, was Stress steigert. Zeit für sich und entspannende Aktivitäten ist essenziell.
„Besonders für Vielbeschäftigte: Schaffen Sie ‚getarnte‘ Zeit für sich selbst“, rät Amsellem.
Selbst Minuten für einen Spaziergang, Meditation oder eine gesunde Mahlzeit halten die Stimmung oben. Das reduziert den Drang, Sport zu schwänzen, zu Junk Food zu greifen oder in ungesunde Screen-Time zu verfallen.
„Kleine Änderungen im Alltag bringen große Effekte“, sagt Fitch. „Verändern Sie Ihre Arbeitsumgebung kreativ, hören Sie Podcasts im Auto statt über Stau zu grübeln. Entwickeln Sie Abendroutinen: Eine Stunde vor dem Schlafengehen Bildschirme aus, Licht dimmen, Buch lesen statt Social Media.“
Seien Sie achtsamer
Achtsamkeit senkt Stress unabhängig vom Geschlecht und schärft den Fokus auf Ernährung und Training. Erkennen Sie, was Sie tun – und was Sie eigentlich wollen –, um emotionales Essen zu vermeiden.
„Erster Schritt: Bewusstsein“, rät Fitch. „Verbinden Sie Stress mit Auslösern? Führen Sie ein Journal, um Muster zu finden.“
Seien Sie auch selbstmitfühlend.
„Wir sind oft unser schlimmster Feind – das verstärkt Stress“, warnt Amsellem. „Üben Sie Mitgefühl und urteilen Sie Entscheidungen milder.“
Körperliche Aktivität als Stressabbau
Regelmäßige Bewegung senkt bewiesenermaßen Stress und hebt die Stimmung – für beide Geschlechter. Passen Sie aber die Intensität an, rät Fitch.
„Sport ist auch Stress. Bei hoher Belastung helfen keine Sprints oder HIIT. Besser: Langer Spaziergang mit Freunden oder eine spaßige Aktivität.“
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