Es gibt vielfältige Trainingsmöglichkeiten für Körper und Geist – von Krafttraining über Ausdauer bis hin zu Gehirntraining. Doch was genau ist Gehirntraining?
Gehirntraining, auch kognitives Training genannt, umfasst mentale Übungen, die kognitive Fähigkeiten stimulieren, erhalten oder verbessern sollen. Ähnlich wie Muskeln durch Sport wachsen, passt sich das Gehirn an Herausforderungen an und kann sich weiterentwickeln – ein Prinzip der Neuroplastizität.
Nicht alle Gehirntrainings sind gleichwertig
Zahlreiche Apps und Online-Spiele versprechen schärferen Verstand, doch die wissenschaftliche Evidenz ist gemischt. Eine Studie der University of Western Ontario zeigte: Verbesserungen in einem Spiel übertragen sich nicht auf andere. Ein Artikel in Trends in Cognitive Sciences bestätigt, dass reale Weltleistungen selten steigen. Viele Studien kommen zu ähnlichen Schlüssen.
Trotzdem gibt es positive Befunde. Eine japanische Studie testete Brain Age und Tetris bei jungen Erwachsenen: Nach vier Wochen (fünf Tage/Woche) verbesserten sich Exekutivfunktionen, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Gedächtnis. Eine weitere Untersuchung ergab, dass kognitives Schnelligkeitstraining das Demenzrisiko über 10 Jahre um 29 % senkt – im Gegensatz zu Gedächtnis- oder Argumentationstraining.
Dr. Majid Fotuhi, Neurowissenschaftler und medizinischer Direktor des NeuroGrow Brain Fitness Center, betont lebensverändernde Effekte: schnelleres Denken, besseres Gedächtnis, raschere Reaktionen – etwa für sichereres Fahren im Alter. Gehirntraining fördere neue Verbindungen und verzögere Demenz oder Alzheimer. Sogar bei leichtem kognitivem Abbau verbessere vielfältiges Training das Gedächtnis.
Erste Schritte ins Gehirntraining
Starten Sie mit einer Suche im App Store: Viele Optionen warten. Wählen Sie Programme, die schrittweise aufbauen und mehrere Fähigkeiten trainieren – realistischer für den Alltag. Empfehlenswert: Decoder aus der Peak-App, entwickelt vom Behavioral and Clinical Neuroscience Institute der University of Cambridge. Eine Studie in Frontiers in Behavioral Neuroscience belegt Verbesserungen in Aufmerksamkeit, Konzentration und Mustererkennung.
Vorsicht vor Übertreibungen: Versprechen wie "X % schlauer" oder IQ-Steigerung sind oft Marketinghypes.