Chronischer Stress schadet Körper und Psyche – das wissen wir alle. Der klassische Rat lautet: Entspannen, meditieren, Yoga machen. Doch ist das wirklich die einzige Lösung?
Was, wenn hochintensives Intervalltraining (HIIT) – also richtig anstrengende Einheiten – ebenfalls Stress abbaut? Es gibt keine direkten Studien zu HIIT und Stressreduktion, aber „fast jede Form von Bewegung verbessert die Stimmung“, betont Matthew Stults, PhD, Sportphysiologe an der Yale University.
Sie werden Burpees, Kniebeugen bis zum Umfallen oder Sprints vielleicht nicht genießen, aber der Endorphin-Kick danach ist unschlagbar.
„Der Einstieg ist hart, doch nach dem Finish setzen Sie mehr Endorphine frei als bei moderater Belastung“, erklärt Abbie Smith-Ryan, PhD, Expertin für HIIT bei Übergewichtigen und Adipösen.
„Ein extremes Workout vermittelt Erfolg und Kompetenz – ähnlich wie Yoga, nur intensiver“, sagt Marcus Kilpatrick, PhD, Professor an der University of South Florida. Er bezieht sich auf die Selbstbestimmungstheorie: Wir suchen Herausforderungen, die uns stark fühlen lassen.
Und das Cortisol, unser Stresshormon? „Intensives Training löst einen temporären Anstieg aus, da der Körper es als Bedrohung sieht und Energie mobilisiert“, so Mike Ormsbee, PhD, Interim-Direktor des Institute of Sports Sciences and Medicine an der Florida State University. „Später sinkt es stark – und Sie fühlen sich großartig.“
Langfristig hohes Cortisol ist das Problem, nicht der kurzfristige Peak, ergänzt Smith-Ryan, Assistenzprofessorin an der University of North Carolina at Chapel Hill. Laborergebnisse passen nicht immer ins echte Leben, warnt Ormsbee.
Sogar Yoga kann stressen: „Wenn alle im Handstand balancieren, fühlen Sie sich unzulänglich“, sagt Kimberly Fowler, Gründerin von YAS Fitness Centers mit Yoga-, Cycling- und HIIT-Kursen. „Oder Sie sorgen sich um Outfit und Fitnesslevel.“ Yoga ist toll, passt aber nicht jedem.
HIIT ist zudem zeiteffizient: „20 Minuten reichen – ideal, wenn Zeit knapp ist“, rät Smith-Ryan. „Persönliche Vorliebe entscheidet über den Stimmungsboost“, fasst Stults zusammen.
Fazit: Kein Workout ist „am besten“ gegen Stress. Wählen Sie, was Ihnen Spaß macht – und halten Sie dran!