Die Verbindung zwischen Geist und Körper ist wissenschaftlich belegt. Eine aktuelle Meta-Analyse in der renommierten Evidence-Based Mental Health zeigt: Regelmäßiges Achtsamkeitstraining kann körperliche Schmerzen spürbar lindern und die körperliche Funktionsfähigkeit verbessern.
Seit Jahrzehnten setzt die Medizin psychologische Ansätze gegen chronische Schmerzen ein. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist hier der Goldstandard: Sie lehrt Betroffene adaptive Denkmuster und Verhaltensweisen, um Schmerzen besser zu bewältigen. In dieser Studie verglichen Experten achtsamkeitsbasierte Interventionen mit KVT und Wartegruppen. Achtsamkeit bedeutet, die aktuelle Erfahrung – sei es Körperliches, Emotionen oder Gedanken – bewusst und wertfrei wahrzunehmen.
Die Forscher sichteten rund 200 klinische Studien und analysierten 21 davon detailliert. Die Daten stammen von knapp 2.000 Patienten, darunter viele mit muskuloskelettalen Schmerzen. Ergebnis: Achtsamkeit verbessert die körperliche Funktion, reduziert Schmerzensstärke und mindert damit verbundene Depressionen sowie Stress – vergleichbar mit KVT und klar überlegen gegenüber keiner Therapie.
„Neben Optimierungen der KVT könnte Achtsamkeitsbasiertes Stressreduktion eine ergänzende Option sein. Sie verringert Schmerzlichkeit, Interferenzen und psychische Belastungen effektiv“, betonen die Autoren in ihrer Pressemitteilung.
Diese Meta-Analyse fokussierte gruppenbasierte Programme über Monate. Ergänzende Studien untermauern: Eine achtsamere Lebenseinstellung dämpft Schmerzen generell. Eine Untersuchung von 2023 zeigte, dass natürlicherweise achtsame Personen bei Hitzeexposition (heißen Sonde) weniger Schmerzen spürten. MRT-Scans offenbarten eine Deaktivierung des posterioren cingulären Kortex – Hirnregion für Selbstbezug und Emotionen –, was Schmerzen entemotionalisiert und intensiviert.
Fazit: Eine fundierte Achtsamkeitspraxis ist ein nachhaltiger Ansatz zur Schmerzbewältigung – ideal bei chronischen Beschwerden oder akuten Phasen von Schmerz und Krankheit.