Gravity, ein bahnbrechendes Projekt in Columbus, Ohio, ergänzt den 134-Milliarden-Dollar-Wellness-Immobilienmarkt. Diese Mischung aus Wohnungen, Büros und Geschäften mit bunter Kunst, offenen Innenhöfen und viel Gemeinschaftsraum definiert neu, was "Gemeinschaft" bedeutet.
"Alles ist auf die Förderung der psychischen Gesundheit und positiver menschlicher Erfahrungen ausgerichtet", erklärt Brett Kaufman, der ehemalige Banker hinter diesem utopischen Vorhaben, in einem Exklusivinterview mit mbg. Die Wohnungen, die Anfang des Monats zu marktüblichen Preisen in der Columbus-Innenstadt freigegeben wurden, sind bereits zu fast 40 % vermietet.
In Zeiten, in denen Einsamkeit zur Epidemie wird, schaffen immer mehr physische Räume sinnvolle Verbindungen als Gegengift. Ein Beispiel ist Serenbe bei Atlanta: Hier sind Vordächer Pflicht, Vordergaragen verboten – alles, um Gespräche anzuregen.
"Unsere Häuser stehen nah an der Straße und zueinander, damit Nachbarn sich begegnen, wenn sie das Haus verlassen", sagte COO Garnie Nygren 2018 zu mbg. 70 % der Häuser müssen überdacht sein, Vordergaragen sind tabu: "Eine Garage vor dem Haus trennt den Bürgersteig – ein Auto darf nie wichtiger sein als Menschen."
Gravity bietet nicht nur Interaktionsmöglichkeiten, sondern rückt psychische Gesundheitsdienste ins Rampenlicht. Kaufman ließ sich von eigenen Therapieerfahrungen leiten.
"Früher fuhr ich in schäbige Viertel zu meinem Therapeuten in alte Büros – das hat mich sofort genervt", berichtet er. "Bei Gravity haben wir Innerspace gegründet: Coworking für Therapeuten."
Innerspace ermöglicht Ärzten den Austausch in Gemeinschaftsräumen, während Patienten private Behandlungen erhalten. "Man fühlt sich sofort wertgeschätzt – Therapeut und Klient profitieren gleichermaßen", sagt Kaufman. Solche Angebote direkt in der Community sollen Stigmatisierung abbauen: "Therapie wird so normal wie Sport."
Gravity plant Events zu mentaler und körperlicher Gesundheit: Transzendentale Meditation, Networking für Introvertierte, Yoga und Fitness – viele öffentlich zugänglich.
"In LA, New York oder Austin gibt's Yoga und Grünsaft überall. Hier nicht – doch die Nachfrage ist riesig. Die Leute wollen es dringend", betont Kaufman.
Wertvolle Beziehungen, gesunde Ernährung, Bewegung und Zugang zu Fachärzten machen glücklicher und gesünder. Je mehr Communities das integrieren, desto besser – wie in unserem Buch beschrieben.