Inmitten der Corona-Pandemie passen sich Menschen weltweit an eine neue Normalität an. Der damit verbundene Stress unterscheidet sich deutlich vom üblichen Alltagsstress. Für Betroffene mit Trauma besteht ein reales Risiko, dass Symptome unter diesen Bedingungen zunehmen.
Da bewährte Bewältigungsstrategien wie Sport im Fitnessstudio, Treffen mit Freunden oder Konzerte derzeit oft nicht möglich sind, wird dies zu einer Herausforderung. Viele psychische Erkrankungen verschlimmern sich durch Stressfaktoren, und bei traumatischem Stress können Auslöser wie die intensive Berichterstattung über die Pandemie überwältigend wirken.
Solche Eindrücke können Gefühle von Hilflosigkeit, Ohnmacht, Angst und Panik hervorrufen – Emotionen, die an die ursprünglichen Traumata erinnern und Symptome wie Albträume, intrusive Gedanken, Flashbacks, Reizbarkeit oder Misstrauen verstärken. Glücklicherweise gibt es effektive Maßnahmen, um dies vorzubeugen:
1. Akzeptanz üben.
Akzeptieren Sie die Situation als stressig und angstauslösend, mit begrenzter Kontrolle. Erwarten Sie in den kommenden Wochen erhöhte Anspannung. Statt zu leugnen oder zu kämpfen, seien Sie mitfühlend und freundlich zu sich selbst.
2. Proaktiv handeln.
Überlegen Sie, was Sie kontrollieren können. Halten Sie sich an bewährte Hygieneregeln von vertrauenswürdigen Quellen wie der CDC. Erstellen Sie Notfallpläne für Krankheit, finanzielle Engpässe oder Unterrichtsunterbrechungen. Lagern Sie Vorräte wie Medikamente, Wasser und Lebensmittel.
3. Eine adaptive Haltung entwickeln.
Veränderung ist derzeit die einzige Konstante. Seien Sie flexibel, lassen Sie langfristige Pläne los und gehen Sie tagweise vor. Bleiben Sie mental agil und anpassungsfähig.
4. Routinen und Struktur bewahren.
Festigen Sie sich an jeder möglichen Routine – sei es der Morgenkaffee oder ein Spaziergang mit dem Hund. Diese kleinen Anker spenden Stabilität im Chaos.
5. Stressreduzierende Aktivitäten intensivieren.
Listen Sie Ihre Top-5 gesunden Stressbewältiger auf, wie Musik hören, Spazierengehen, Lesen, Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung. Integrieren Sie mehr davon in Ihren Tag.
6. Soziale Kontakte pflegen.
Verhindern Sie Isolation durch regelmäßige Kontakte per SMS, Telefon, Skype oder FaceTime mit unterstützenden Freunden und Familie.
7. Medienpausen einlegen.
Vermeiden Sie den Sog der 24/7-Nachrichten und Social Media. Schaffen Sie medienfreie Zeiten und wählen Sie leichte Unterhaltung wie Comedy oder spannende Serien.
8. Kontakt zu Fachleuten halten.
Wenn Symptome trotz allem überhandnehmen, achten Sie auf Warnsignale wie Reizbarkeit oder Rückzug. Nutzen Sie Telemedizin bei Ihrem Therapeuten und informieren Sie sich über Krisenressourcen.
Erinnern Sie sich: Auch bei sozialer Distanzierung sind Sie nicht allein – wir meistern das gemeinsam.