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Herzpatienten und COVID-19: Risiken und bewährte Schutzmaßnahmen vom Kardiologen Shon Chakrabarti, MD

Wir wissen, wie herausfordernd soziale Distanzierung sein kann. Sie vermissen Freunde und das Gefühl der Normalität. Doch ein Abstand von mindestens 6 Fuß (ca. 1,8 Metern) zu anderen ist derzeit die wirksamste Maßnahme, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. Diese Empfehlungen schützen nicht nur uns selbst, sondern auch vulnerable Gruppen – darunter Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wir haben den interventionellen Kardiologen und medizinischen Direktor von Abiomed, Shon Chakrabarti, M.D., MPH, befragt. Er erläutert die erhöhten Risiken für Herzpatienten und gibt praxisnahe Tipps, wie Betroffene trotz Isolation gesund bleiben können.

Welche Risikofaktoren haben Herzpatienten bei COVID-19?

Die meisten Menschen mit Herzerkrankungen zählen zu den Hochrisikogruppen für schwere Verläufe von COVID-19 – ähnlich wie Ältere, Patienten mit Herzinsuffizienz, Bluthochdruck oder Diabetes in der Vorgeschichte.

„Das ist ein weiterer Grund, alle gängigen Schutzmaßnahmen strikt einzuhalten“, betont Chakrabarti. „Halten Sie Abstand und kontaktieren Sie bei Symptomen umgehend Ihren Arzt.“

Aufgrund ihrer Vorerkrankungen sollten Herzpatienten jedoch zusätzliche Schritte unternehmen.

1. Täglich mindestens 30 Minuten Ausdauertraining absolvieren

Während Bewegung für alle jetzt essenziell ist, empfehlen Experten Herzpatienten explizit täglich 30 Minuten Cardio-Übungen.

„Ideal sind Spaziergänge im Freien“, rät Chakrabarti. „Sonne, frische Luft und der Anblick anderer Menschen – auch aus der Ferne – fördern die psychische Gesundheit.“ In städtischen Gebieten mit Abstandsproblemen helfen Online-Kurse, Yoga oder Stretching. Im Extremfall reichen Treppensteigen oder Hampelmänner, um die Herzfrequenz anzukurbeln.

„Wichtigstes Gebot: Bleiben Sie aktiv“, sagt er. „Für Herzpatienten ist ganztägiges Sitzen das Schlimmste.“ Homeoffice-Patienten sollten Anrufe stehend führen oder einen Stehschreibtisch improvisieren. „Kreativität statt teurer Geräte – das reicht völlig.“

2. Einen Vorrat an Herzmedikamenten anlegen

„Viele Kardiologen bieten nun Telemedizin an“, erklärt Chakrabarti, „doch nicht alle Praxen sind darauf eingestellt. Routinebesuche können schwierig sein.“

Er rät, den Arzt zu fragen, ob eine Verlängerung möglich ist. Statt 30 Tagen sind derzeit 90 Tage Versorgung angemessen – bei lebenswichtigen Medikamenten sogar bis zu sechs Monaten.

3. Die mentale Gesundheit priorisieren

„Psychischer Stress wirkt sich nachweislich negativ auf das Herz aus“, warnt Chakrabarti. „Viele genannte Maßnahmen helfen bereits dagegen.“

Sport und Freizeit draußen sind Schlüssel, ergänzt durch sozialen Kontakt. „Technologie macht es 2020 einfach: Telefon, Videoanrufe oder Foren.“ Machen Sie daraus eine Priorität.

Atemübungen und Perspektivenwechsel lindern Ängste. „Wir stecken in einer Krise, das steht fest“, sagt er. „Doch es wird besser.“ Fokussieren Sie auf Positives wie Familienzeit: „Plötzlich spielen wir Brettspiele, lesen gemeinsam und frühstücken zusammen – Werte, die im Alltag untergehen.“ Finden Sie Ihren persönlichen Lichtblick.