"Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich kann das Haus nicht verlassen. Ich hatte eine Panikattacke, als ich mich nur zur Tür bewegte, und meine Zwangsstörung hat extrem zugenommen."
Ungefähr eine Woche vor der lokalen "Bleiben-Sie-zu-Hause"-Verordnung erhielt ich diesen Anruf von einer Klientin. Sie ist nicht allein mit den Belastungen durch COVID-19.
OCD-Symptome während der COVID-19-Pandemie
Laut der Anxiety and Depression Association of America leiden in den USA über 2,2 Millionen Menschen an Zwangsstörungen (OCD), weitere 13 Millionen an generalisierter Angststörung oder Panikstörung. Ängste vor COVID-19-Infektionen oder Kontamination erschweren es, gesunde Schutzmaßnahmen von eskalierten OCD-Symptomen zu unterscheiden.
Die meisten von uns spüren COVID-bedingte Ängste. Als klinische Psychologin habe ich mein Händewaschen intensiviert, berühre mein Gesicht seltener und habe die Gewohnheit aufgegeben, Gegenstände wie Schlüssel oder Post in den Mund zu nehmen.
Unsere aktuellen Ängste ähneln dem täglichen Erleben von OCD-Betroffenen – vor allem, da Experten Hygiene und Isolation empfehlen, klassische OCD-Themen. Das ist herausfordernd.
OCD und Angststörungen treten familiär gehäuft auf, sodass ganze Familien nun mit verschärften Symptomen ringen, während sie Schutz suchen.
In Unsicherheit gedeihen
Ist die Lage für OCD-Betroffene schlimmer? Es hängt davon ab. Manche mit Ansteckungsängsten verschlechtern sich, auch ohne Diagnose. Andere meistern es gut mit ihren erworbenen Strategien gegen Obsessionen und Zwänge.
Einen Monat nach der Verordnung berichtete meine Klientin, ihr OCD sei auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt. Wir treffen uns per Video, sie übt ihre Fähigkeiten – eine Pandemie stärkt sie enorm.
OCD dreht sich um Angst, Unsicherheit und Kontrolldrang. Erfolgreiche Bewältigung bedeutet: Unbehagen tolerieren, katastrophisierende Gedanken hinterfragen und mit dem Ungewissen leben. Jeder kann davon profitieren: Angst akzeptieren, mit Mitgefühl umgehen.
OCD-Symptome während der COVID-19-Reaktion managen
1. Erstellen Sie einen vernünftigen Plan
Folgen Sie CDC- und lokalen Empfehlungen strikt, ohne Extras – bei Homeoffice kein mehrmaliges Hausdesinfizieren nötig.
Bei Kontaminationsängsten: Händewaschen nur nach Anweisungen. Übertreibung schadet der Haut und erhöht Infektionsrisiken. Lassen Sie den Plan von Vertrauten oder Therapeuten prüfen.
2. Bleiben Sie verbunden
Kontakt zu Freunden und Familie per Telefon, Video etc. halten. Isolation nährt Angst.
3. Begrenzen Sie Nachrichten
Bei Zunahme von Angst: Ausknipsen und Infos von Vertrauten einholen. (Mehr zu ausgewogenem Konsum hier.) Die International OCD Foundation rät: Niemand schützt sich perfekt. Nutzen Sie gesunden Menschenverstand, meiden Sie Perfektionismus.
4. Atmen Sie bewusst
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Atemtechniken reduzieren Stress sofort. Nehmen Sie teil am Kurs.
Atemarbeit ist ideal für unsichere Zeiten. Tiefe Atemzüge beruhigen das Nervensystem und lindern Angst.
5. Pflegen Sie sich
Greifen Sie zu Wohlfühl-Aktivitäten: Bad, Film, Kuschelpulli. Brainstormen Sie mit Freunden oder Therapeuten.
6. Frische Luft tanken (mit Abstand)
Natur beruhigt. Nutzen Sie alle Sinne draußen.
7. Üben Sie Selbstmitgefühl
Behandeln Sie sich wie einen Liebsten: freundlich, akzeptierend. Reduzieren Sie Selbstkritik. Sie sind nicht allein – wir packen das gemeinsam.
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