Berichte deuten darauf hin, dass COVID-19-Patienten zwischen 30 und 40 Jahren Schlaganfälle erleiden – ohne weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren. Zwar ist es zu früh, das Virus als direkte Ursache zu bezeichnen, doch Ärzte und Forscher untersuchen diesen Zusammenhang intensiv.
Innerhalb von nur zwei Wochen behandelten Spezialisten des Mount Sinai Health System in New York City fünf Patienten unter 50 Jahren mit großen Gefäßschlaganfällen. Die Fälle wurden im renommierten New England Journal of Medicine (NEJM) publiziert.
Im Vergleich: In den vorherigen 12 Monaten kamen pro zwei Wochen nur 0,73 solcher Fälle bei Patienten unter 50 vor. Große Gefäßschlaganfälle entstehen durch eine Blockade des Blutflusses in Hauptarterien des Gehirns.
Die Betroffenen "waren alle zu Hause, als plötzliche Symptome auftraten: undeutliche Sprache, Verwirrtheit, einseitiges Herabhängen des Gesichts und Taubheitsgefühle in einem Arm", berichtet die Washington Post.
Wie viele COVID-19-Daten sind die Ursachen hier noch unklar. Experten beobachten jedoch bei Viruspositiven eine erhöhte Gerinnungsneigung, wie CNN zitiert.
"Die Menge an Gerinnungsstörungen auf der Intensivstation, die mit COVID-19 assoziiert sind, ist beispiellos", erklärt Dr. Jeffrey Laurence, Hämatologe an der Weill Cornell Medicine, gegenüber CNN.
Wandern Gerinnsel ins Gehirn, droht ein Schlaganfall. Deshalb setzen einige Zentren präventiv auf Blutverdünner in der COVID-19-Therapie, so J. Mocco, M.D., Neurochirurg am Mount Sinai, in Popular Science. Andere Zentren führen zusätzliche Tests durch. Drei große US-Kliniken bereiten Daten zu Dutzenden Fällen vor.
Aufgrund fehlender definitiver Studien lassen sich diese Schlaganfälle derzeit nicht vorhersagen oder verhindern. Je früher die Behandlung, desto besser die Prognose.
Erkennen Sie Schlaganfall-Symptome mit FAST: Gesicht (Herabhängen), Arm (Schwäche), Sprechen (Schwierigkeiten), Zeit (Notruf 112!).