Statt als Gesellschaft zusammenzurücken, polarisiert COVID-19 uns extrem. Auf der einen Seite hocken die „Vorsichtigen“ zu Hause und warten auf den Impfstoff. Auf der anderen feiern die „Abweisenden“ risikobewusstlos. Jede Seite verurteilt die andere moralisch: Die einen gelten als ängstlich, die anderen als egoistisch.
Der Verlust ist herzzerreißend, besonders in vulnerablen Gemeinschaften wie armen oder BIPOC-Gruppen, die das Virus überproportional trifft.
Als erfahrener Präventivmediziner an der Yale University fordert Dr. David Katz einen COVID-Realitätscheck – unabhängig von Ihrer Haltung: „Es ist wie vor dem Überqueren einer Straße: Schauen Sie in beide Richtungen!“, sagt er. „Eine Seite blickt nur links, die andere nur rechts. Wir brauchen Balance.“
Das bedeutet nicht, Masken oder Abstand im Supermarkt zu ignorieren. Doch es ist möglich, das Virus zu respektieren, ohne in Panik zu verfallen. Hier teilt Dr. Katz fünf wissenschaftlich fundierte Gründe für diesen Mittelweg:
1. Wir kennen keine exakten Zahlen.
Wir wissen, dass 98 % der Fälle mild verlaufen, doch Dr. Katz schätzt, der Anteil könnte höher sein – wir fehlen die Daten. „Bei Ausbrüchen fokussieren wir uns auf Hospitalisierungen und Todesfälle“, erklärt er. „Leichte Fälle bleiben unsichtbar, es sei denn, man sucht gezielt danach.“
Medien verstärken das, und Antikörpertests sind fehleranfällig. Katz betont die native Resistenz: Vorherige Coronaviren könnten uns schützen, ohne dass Antikörper nachweisbar sind. Dies braucht mehr Forschung, lohnt aber die Diskussion.
2. Ein Impfstoff löst das Problem nicht allein.
Viele hoffen auf den Impfstoff, doch Katz warnt: „Uns unter Schreibtischen zu verstecken, bis ein perfekter Impfstoff kommt, ist Fantasie.“
Pandemien enden meist durch Herdenimmunität – 80 % oder mehr infiziert und immun. „Selbst dann tötet es einige, wie Grippe oder Gelbfieber“, sagt er. Risiko null ist illusorisch; Maßnahmen minimieren es, Herdenimmunität balanciert es.
3. Wir erleben eine „Infodemie“.
Das Internet macht diese Pandemie einzigartig: Eine „Infodemie“ mit Dauerberichterstattung. „Man glaubt, ohne COVID würde niemand in den USA sterben“, kritisiert Katz.
Unterscheiden Sie Fakten von Sensationalismus. Medien heben Anomalien hervor und verschweigen oft Vorerkrankungen. Bei Kindern sind Fälle rar, schwere selten – meist bei Vorerkrankten. Schlagzeilen wie „Gesundes Kind stirbt an COVID“ schocken, bis man liest: Chronische Leukämie oder Diabetes.
4. Viele Risikofaktoren sind veränderbar.
„In den USA sterben jährlich 500.000 vorzeitig an schlechter Ernährung“, sagt Katz. „COVID entfacht chronische Erkrankungen blitzschnell.“
Warum nicht mehr über Stoffwechsel und Immunsystem reden? Die nächste Infektion kommt. „COVID beleuchtet unser Gesundheitsnetz“, fährt er fort. „Essen Sie besser, bewegen Sie sich, managen Sie Stress – das stärkt Sie.“
Das ist kein einfaches „Werdet gesund!“. Fettleibigkeit trifft Arme und Minderheiten hart durch mangelnden Zugang. Systeme müssen nährstoffreiche Lebensmittel allen zugänglich machen.
5. Extreme sind lebensuntüchtig.
Dominante Narrative: „Verstecken bis Impfstoff“ oder „Ignorieren“. Katz: „Zwei absurde Pole, der Mittelweg mit Wissenschaft wird ignoriert.“
COVID ist für wenige hochgefährlich. Langzeitfolgen sind unklar. Weder ignorieren noch panisch kapitulieren. „Respektieren Sie das Virus, ohne das Leben aufzugeben“, rät Katz.
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