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Vaginalflora natürlich aufbauen: Bewährte Tipps von Expert:innen

Eine gesunde Vaginalflora schützt vor Infektionen und Reizungen im Intimbereich. Als Gynäkologie-Expert:in erkläre ich, was eine ausgeglichene Flora ausmacht und wie Sie sie langfristig fördern können – basierend auf Studien und klinischer Praxis.

Die Vaginalflora umfasst die Bakterien auf der Vaginalschleimhaut. Bei gesunder Balance dominieren nützliche Milchsäurebakterien, die Pilze, Viren und pathogene Keime abwehren und so Infektionen vorbeugen.

Ein Ungleichgewicht ist häufig und begünstigt Pilzinfektionen oder bakterielle Vaginose mit Symptomen wie Juckreiz, Rötungen und Schmerzen. Prävention durch bewährte Alltagstipps hilft, die Flora zu stärken.

Begriffe klären: Vagina, Vulva und Scheide

Die Vagina ist das innere, schlauchförmige Organ. Vulva bezeichnet die äußeren, sichtbaren Teile wie Vulvalippen und Venushügel. „Scheide“ ist unpräzise und hat eine problematische, phallozentrierte Herkunft, wie das feministische Magazin PinkStinks aufzeigt – eine Anspielung auf die Schwertscheide.

Medizinisch korrekt sprechen wir daher von Vaginalflora. Übrigens: Vaginas haben nicht nur cis-Frauen; trans Personen und andere können sie ebenfalls besitzen oder vermissen.

Dieser Ratgeber richtet sich an alle mit Vagina, die ihre Flora optimieren möchten.

Warum gerät die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht?

Nach Angaben des Universitätsspitals Zürich beträgt der optimale pH-Wert 4,5 – ein saures Milieu. Abweichungen äußern sich in Wunden, Juckreiz, Brennen, Schwellungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Auslöser sind u. a.:

  • Antibiotika
  • intensive Intimreinigung mit Duschgel oder Cremes
  • Östrogenmangel
  • Kondome mit Spermiziden
  • Geschlechtskrankheiten (z. B. Chlamydien, Gonorrhö)

Bei Symptomen: Sofort eine:n Gynäkolog:in aufsuchen für Diagnose und Therapie. Nach Behandlung mit Medikamenten gegen Pilz oder Vaginose stabilisieren Alltagstipps die Flora.

Vaginalflora stärken: Was Sie vermeiden sollten

Legen Sie schädliche Gewohnheiten ab, um hormonelles und mikrobielles Gleichgewicht zu wahren:

  • Keine übermäßige Intimhygiene: Duschgels sind zu basisch und stören die Säurebarriere (Universitätsspital Zürich). Waschen Sie täglich nur mit warmem Wasser – Vaginalduschen spült schützende Bakterien weg.
  • Nicht rauchen: Gynäkologin Dr. Denise Tiringer (Medizinische Universität Wien) nennt Rauchen als Risikofaktor, da es Östrogen hemmt.
  • Geschützter Sex: Kondome verhindern STIs und Vaginose. Studien (2007, 2013) zeigen: Nach Sex mit Kondom ist die Milchsäurebakterien-Dichte höher (AOK).

Vaginalflora stärken: Was Sie tun sollten

Ernährung, Kleidung und Psyche beeinflussen die Flora nachweislich:

  • Gesunde Ernährung: Metaanalyse 2020: Vitaminreiche Kost (A, C, D, E, Beta-Carotin) plus Zink und Calcium fördert Milchsäurebakterien. Vermeiden Sie Zucker und Transfette, die Vaginose begünstigen.
  • Baumwollunterwäsche: Atmungsaktiv, reduziert Feuchtigkeit (Universitätsspital Zürich). Bei 60 °C waschbar – ideal post-Infektion.
  • Stressreduktion: Studien (Sheffield 2018, 2021) belegen: Stress mindert Milchsäurebakterien und erhöht Infektionsrisiken. Integrieren Sie Yoga, Meditation, Atemübungen.

Gesunde Vaginalflora mit Probiotika

Probiotische Lebensmittel wie rohes Sauerkraut, Kefir oder Joghurt liefern lebende Kulturen. Gynäkologin Dr. Sybille Görlitz-Novakovic empfiehlt sie zur Säureproduktion – besonders nach Infekten (Universitätsspital Zürich).

Nahrungsergänzungsmittel (Pulver/Kapseln) mit vaginal-spezifischen Stämmen wirken oral nachweislich (Studien). Klären Sie mit Ihrer:n Gynäkolog:in die Passung.