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Mundspülung gegen Corona: Wirksamkeit nach aktuellen Studien und Expertenempfehlungen

Können Mundspülungen gegen Coronaviren wirken? Primär dienen sie der Bakterienbekämpfung im Mund- und Rachenraum. In diesem Beitrag beleuchten wir fundiert, ob sie auch Viren reduzieren können – gestützt auf seriöse Studien und Expertenaussagen.

Mundspülungen sind ein bewährtes Mittel zur Zahnpflege. In der Coronapandemie setzen viele sie präventiv ein, zusätzlich zu Maske, Abstand und Händewaschen. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) empfiehlt Gurgeln als ergänzende Maßnahme.

Die Wirksamkeit gegen Corona ist noch nicht endgültig bewiesen, doch Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Mundspülungen die Virenbelastung im Rachen mindern können.

Mundspülung gegen Corona: Expertenmeinungen und Studienlage

Ein DGKH-Überblick fasst Studien zusammen: Einige Mundwässer und Nasensprays inaktivieren Coronaviren teilweise oder vollständig. Besonders wirksam: Nasensprays mit Carragelose oder Povidon-Iod sowie Mundwässer mit ätherischen Ölen. Wasserstoffperoxid hingegen zeigte keine Wirkung.

Salbeiextrakt, der präventiv gegen Grippeviren hilft, könnte auch bei Coronaviren nützlich sein, so die DGKH.

Mit moderater Wirksamkeit eignen sich grüner Tee, Granatapfel- und Aroniasaft zum Gurgeln gegen Viren.

Hinweis: Alle Ergebnisse stammen aus In-vitro-Studien in künstlichen Umgebungen, nicht aus Humanstudien.

Weitere Forschung zu Mundspülungen gegen Coronaviren

Virologen der Ruhr-Universität Bochum testeten acht gängige Mundspülungen aus Drogerie und Apotheke gegen SARS-CoV-2. Gemischt mit Viruspartikeln und Speichelähnlicher Substanz reduzierten sie nach 30 Sekunden Einwirkzeit den Virustiter signifikant.

Forscher der University of Cardiff prüften im Reagenzglas Wirkstoffe wie Cetylpyridiniumchlorid oder Ethyl-Lauroyl-Arginat: Diese senken die Virenlast deutlich.

Limitierend: Die Studien klären nicht, ob Anwender noch ansteckend sind. Mundspülungen wirken nur lokal im Mund-Rachenraum, nicht in Nase oder Lunge. Infizierte können bei Niesen oder Sprechen weiter übertragen.

Empfehlungen der DGKH zum Gurgeln gegen Corona

Die DGKH rät zu mehrmaligem Gurgeln mit:

  • Kochsalzlösung: Kann Infektionen verkürzen
  • Grünem Tee
  • Mundwasser mit ätherischen Ölen, z. B. Listerine Cool Mint (auch mild) oder Octenisept

Achtung: In-vitro-Ergebnisse machen diese Maßnahmen nur präventiv geeignet, nicht als Ersatz für Impfung oder Hygiene. Ansteckungsrisiko bleibt bestehen – halten Sie Abstand, tragen Sie Maske.

Fazit: Sinnvolle Ergänzung, aber kein Allheilmittel

Mundspülungen ersetzen keine Impfung und verhindern keine schweren Verläufe oder Ansteckung. Ihre Wirkung hält maximal sechs Stunden, wie der Tagesschau-Faktenfinder bestätigt. Sie sind eine nützliche Ergänzung.

Unsere Empfehlung: Nutzen Sie sie bei Bedarf, priorisieren Sie aber Impfung, Abstand, Maske und Händewaschen.