Gingerol, ein bioaktiver Inhaltsstoff im Ingwer, überzeugt durch seine gesundheitsfördernden Eigenschaften. Als Experten für pflanzliche Wirkstoffe fassen wir wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen und zeigen, wie Sie optimal davon profitieren.
Gingerol: Einer von vielen wertvollen Stoffen im Ingwer
Gingerol zählt zu den gesunden Schärfestoffen pflanzlicher Herkunft. Die Fachzeitschrift Die PTA hebt hervor, dass scharfe Gewürze wie Ingwer, Chili oder Senf in Asien seit Langem als Heilmittel geschätzt werden.
Im Ingwer finden sich verschiedene Gingerol-Varianten, benannt nach ihrer chemischen Struktur. Laut Bericht der European Medicines Agency dominiert das 6-Gingerol, ergänzt durch geringere Mengen an 8- und 10-Gingerol.
Die Ingwerknolle birgt über 100 verschiedene Substanzen, wie der EMA-Bericht beschreibt. Gingerole machen etwa 4 bis 7,5 Prozent aus.
Die nachgewiesenen Wirkungen von Gingerol
Lange galt Gingerol als Hauptverantwortlicher für Ingwers Vorteile. Die Pharmazeutische Zeitung berichtet jedoch, dass weitere Stoffe im Ingwer beitragen.
Forschung zu Gingerolen überschneidet sich oft mit Ingwer-Studien. Viele basieren auf Laborversuchen, deren Übertragbarkeit auf den Menschen begrenzt ist. Dennoch sind einige Effekte gut dokumentiert, andere noch im Fokus.
Die European Medicines Agency bestätigt folgende Eigenschaften durch Studien:
- antioxidativ – 6-Gingerol gilt als stärkstes Antioxidans im Ingwer und schützt Zellen vor Schäden.
- entzündungshemmend – Gingerole wirken positiv auf Entzündungen, z. B. beruhigen sie Schleimhäute bei Erkältungen durch Ingwertee.
- infektionsbekämpfend – Laborstudien zeigen Hemmung von Pilzen und Bakterien, die Magen-Darm-Probleme verursachen.
Mögliche weitere Wirkungen von Gingerol
Andere Effekte sind noch nicht abschließend erforscht. Die EMA sieht hier offene Fragen:
- schmerzlindernd – Studien deuten auf Einfluss auf Schmerzrezeptoren hin.
- anregend für den Fettstoffwechsel – Gingerol könnte Fettverbrennung fördern; Abnehmen mit Ingwer bleibt jedoch umstritten.
- heilsam bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Widersprüchliche Ergebnisse zu Ablagerungen und Blutdruck; positiv: Keine Blutverdünnung.
- wirksam gegen Tumore oder Krebszellen – In Kombination mit anderen Stoffen zeigen Studien Potenzial.
Optimale Zubereitung für maximale Gingerol-Wirkung
Gingerol entfaltet seine Kraft in Synergie mit anderen Ingwerstoffen. Kapseln als Ergänzungsmittel verpassen diesen Effekt – frischer Ingwer bündelt sie ideal.
Die Verarbeitung beeinflusst die Bioverfügbarkeit:
- Frisch: Die PTA betont die Höchstwirksamkeit von 6-Gingerol in frischem Ingwer. Lagern Sie Ingwer kühl und dunkel in kleinen Mengen, da Schärfe und Wirkung nachlassen. Tipp: Essen Sie Ingwer roh zu Gemüsecurries oder Rohkostsalaten – am besten Bio. Probieren Sie auch Ingwer anpflanzen.
- Getrocknet: Hier entsteht Shogaol aus Gingerol, das Studien als noch intensiver einstufen.
- Gekocht: Eine japanische Studie bestätigt anhaltende Wirksamkeit; Shogaol steigt sogar.
- Kein Gingerol: Netdoktor warnt: Ätherisches Ingweröl enthält keines.