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Männliche Verhütung: Aktueller Stand und vielversprechende Innovationen

Immer wieder kündigen Schlagzeilen eine bahnbrechende männliche Empfängnisverhütung an – sei es eine Pille, eine Spritze oder eine andere Methode. Doch die meisten scheitern an der Marktreife und bleiben in klinischen Tests stecken. Manche Experten führen dies auf gesundheitliche Bedenken der Männer zurück, andere bezweifeln, ob Männer solche Mittel tatsächlich nutzen würden.

„Bei einer ansonsten gesunden Bevölkerung, die nicht dem Risiko einer Schwangerschaft ausgesetzt ist, steigen die Anforderungen an die Sicherheit enorm“, erklärt Aaron Hamlin, Geschäftsführer der Male Contraception Initiative.

Diese Bedenken könnten jedoch übertrieben sein. Frauen akzeptieren bei hormoneller Verhütung ähnliche Nebenwirkungen wie Migräne, Blutgerinnsel, Depressionen oder Bluthochdruck. Seit sechs Jahrzehnten tragen sie die Hauptlast der Familienplanung. Umfragen zeigen zudem: Fast die Hälfte der US-Männer würde eine neue Verhütungsmethode nutzen, wenn sie verfügbar wäre.

Derzeit stehen Männern nur Kondome, Abstinenz oder Sterilisation zur Verfügung. Kondome schützen zudem vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen. Viele wünschen sich jedoch mehr Optionen, um aktiv Verantwortung für ihre reproduktive Zukunft zu übernehmen. Hier ein Überblick über vielversprechende Ansätze in der Entwicklung.

Eine tägliche Pille

Eine aktuelle Studie belegt: Tägliche Einnahme der Hormonpille Dimethandrolon-Undecanoat (DMAU) verhindert Schwangerschaften ohne schwere Nebenwirkungen. Sie senkt Testosteron- und andere Hormonspiegel im Blut, um die Spermienproduktion zu stoppen.

Nach einem Monat fiel der Testosteronspiegel auf Kastrationsniveau – doch Forscher ergänzten ein Steroid, um Libidoverlust und sexuelle Funktionsstörungen zu vermeiden. Im Gegensatz zu anderen Testosteronpillen belastet DMAU die Leber nicht. Längerfristige Studien sind in Planung.

Eine Gel-Injektion

Vasagel, ein nicht-hormonelles Gel, wird in die Samenleiter injiziert und ist leicht rückgängig machbar – im Gegensatz zur Vasektomie. Es wirkt jahrelang wie eine Spirale.

RISUG („Reversible Inhibition of Sperm Under Guidance“) ist eine weitere Injektion in die Samenleiter, entwickelt von indischen Wissenschaftlern. Sie blockiert Spermien beim Ejakulieren. Die ambulante Prozedur erfordert nur einen Tag Erholung – weniger invasiv als viele Frauennmethoden.

Gemeinnützige Organisationen finanzieren beide Ansätze per Spenden, da Pharmafirmen desinteressiert bleiben. „Große Unternehmen werden oft von weißeren Mittsechziger-Männern geleitet, die sagen: ‚Das würde ich nie nutzen‘“, urteilt Gynäkologe Herjan Coelingh Bennink gegenüber Bloomberg. „Bei frauen geführten Firmen sähe es anders aus.“ Pharmaunternehmen äußern sich nicht dazu.

Gestagen-/Testosteron-Spritze

2009 bewies eine Studie: Monatliche Injektionen mit Testosteron verhindern zu 99 % Schwangerschaften. Ähnlich wie bei Testosterontherapien bei Mangelzuständen. Die Weiterentwicklung stockte wegen Nebenwirkungen wie Akne, Kopfschmerzen, Depressionen oder Stimmungsschwankungen – vergleichbar mit Frauenhormonen. Phase-II-Studien laufen weiter.

Diese Beispiele zeigen: Seit über 40 Jahren entstehen männliche Verhütungsmethoden. Bleiben Sie informiert und unterstützen Sie Forschung – für weniger ungewollte Schwangerschaften weltweit.

Bessere Verhütungsoptionen stärken die sexuelle Gesundheit von Männern und ermöglichen aktive Mitverantwortung in der Partnerschaft. Northwest Primary Care berät Sie gerne zu Familienplanung und individuellen Lösungen.