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Aspirin und Betablocker gegen Broken-Heart-Syndrom: Neue Studie zeigt Linderung von Herzrisiken nach Trauerfall

Als erfahrener Kardiologe weiß ich: Ein gebrochenes Herz ist keine bloße Redewendung, sondern eine ernste Erkrankung. Während emotionale Wunden Zeit brauchen, bieten neueste Forschungen evidenzbasierte Ansätze, um die damit verbundenen Herzrisiken zu mindern.

Eine Studie im American Heart Journal belegt, dass eine Kombination aus Aspirin und Betablockern die kardialen Risiken senken kann, die nach einem Todesfall ansteigen.

Was ist das Broken-Heart-Syndrom?

Der Präventivkardiologe Ethan Weiss, M.D., beschrieb es in einem mindbodygreen-Podcast als „eine andere Form der Herzkrankheit“, bei der das Herz vorübergehend schwächer wird. Medizinisch bekannt als stressinduzierte Kardiomyopathie oder Takotsubo-Kardiomyopathie.

Es tritt bei extremem emotionalem Stress auf, oft nach dem Verlust eines geliebten Menschen wie Ehepartner oder Kind.

Laut Weiss sind die Symptome meist reversibel, da sie emotional bedingt sind und nicht durch Lebensstilfaktoren. Unbehandelt können sie jedoch zu Herzinfarkt oder Tod führen.

„Das Infarktrisiko bleibt bis zu sechs Monate erhöht“, erklärt Studienleiter Geoffrey Tofler, MBBS. „Höchst in den ersten Tagen, dann vierfach zwischen Tag 7 und einem Monat.“

Wie wird das Broken-Heart-Syndrom behandelt?

Forscher der University of Sydney untersuchten 85 Trauernde zwei Wochen nach dem Verlust eines Ehepartners oder Kindes. Über sechs Wochen bekamen 42 niedrige Dosen Betablocker (gegen Bluthochdruck und Arrhythmien) plus Aspirin, 43 ein Placebo.

„Das Medikament reduzierte Spitzenwerte von Blutdruck und Herzfrequenz“, betont Tofler. Es verbesserte auch die Blutgerinnungstendenz.

Neben Herzüberwachung trackten die Wissenschaftler Trauerreaktionen: Keine negativen Effekte, stattdessen geminderte Angst- und Depressionssymptome.

Wie nachhaltig wirkt die Therapie?

Diese gängigen Herzmedikamente wurden erstmals kurzfristig getestet. „Überraschend hielten die Verbesserungen von Blutdruck und Angst nach Absetzen an“, freut sich Tofler.

Weitere Studien klären, wer am meisten profitiert und ob es bei anderen Stressoren wie Katastrophen hilft.

Die Ergebnisse verbinden Psyche und Herzgesundheit – ein Aufruf an Ärzte, ganzheitlich zu denken.

Trotz Verfügbarkeit: Immer einen Arzt konsultieren vor neuer Therapie.