In den USA wurden bisher 53 Coronavirus-Fälle bestätigt, davon nur ein Fall mit unklarer Übertragungsquelle in der Gemeinschaft. Um Ängste zu zerstreuen und das Risiko realistisch einzuordnen, haben wir Dr. Sandra Kesh, Spezialistin für Infektionskrankheiten, befragt.
Dr. Kesh erläutert die Parallelen zwischen Influenza und Coronavirus sowie einfache Schutzmaßnahmen für beide Erkrankungen.
Wie ähneln sich die Symptome?
„Coronavirus und Influenza teilen viele Symptome, was eine Differenzierung erschwert“, erklärt Dr. Kesh. Beide verursachen Fieber, Muskelschmerzen, Halsschmerzen, Husten und Kurzatmigkeit – mit vergleichbarem Schweregrad.
Als Atemwegsinfektionen können sie auch zu Schnupfen und Niesen führen. Ohne Fieber sind saisonale Allergien wahrscheinlicher.
Die Übertragung erfolgt bei beiden nur in einem Radius von 6 Fuß (ca. 1,8 m) von einer infizierten Person. „Es besteht kein Grund, Schule, Arbeit oder Einkäufe zu meiden“, betont Kesh. „Das Risiko ist minimal."
Bei Kontakt mit Coronavirus droht meist nur eine Erkältung oder Grippe. Besonders gefährdet sind Ältere, Immunsupprimierte oder Immunschwache. „Die Mehrheit der Bevölkerung erholt sich problemlos“, versichert sie.
Was unterscheidet die Erkrankungen?
Vorläufig scheint Coronavirus ansteckender als Grippe, doch definitive Aussagen sind zu früh.
Die Sterblichkeitsrate der Influenza liegt bei 0,1 %, außerhalb des Ausbruchsherds in China bei 0,4 % für Coronavirus. „Vierfach tödlicher klingt alarmierend, doch wir sprechen von winzigen Zahlen: 0,1 und 0,4 Prozent“, relativiert Kesh.
Die meisten Betroffenen zeigen nur leichte Symptome und genesen vollständig.
Wann zum Arzt gehen?
Dr. Kesh empfiehlt zwei Fragen zur Selbsteinschätzung:
- Haben Sie China, Japan, Italien, Iran oder andere CDC-Risikogebiete bereist? Sind Symptome innerhalb von 14 Tagen danach aufgetreten?
- Hatten Sie Kontakt zu einem bestätigten Fall?
"Bei doppeltem 'Nein' besteht kein Grund zur Sorge", sagt Kesh. Bei 'Ja': Rufen Sie vorher an – gehen Sie nicht direkt hin, um Vorsichtsmaßnahmen zu ermöglichen.
„Die meisten haben milde Symptome, doch Massenbesuche in Praxen fördern Ausbreitung im Wartezimmer.“
Effektiver Schutz: Bei Krankheit zu Hause bleiben, 1,8 m Abstand halten, Hände gründlich waschen und Gesicht nicht berühren – bewährte Maßnahmen gegen Grippe und Coronavirus.