Stresspegel erreichen derzeit Rekordhöhen. Angesichts der anspruchsvollen Arbeit für gesellschaftlichen Wandel und der anhaltenden COVID-19-Pandemie ist ständige Nervosität alltäglich. Um Körper und Geist stark zu halten, brauchen wir alle – vor allem die an vorderster Front – dringend Raum für Selbstfürsorge.
Wie die Autorin und Aktivistin Audre Lorde sagte: „Sich um mich selbst zu kümmern ist keine Zügellosigkeit, es ist Selbsterhaltung.“ Als integrative Ärztin stimme ich voll und ganz zu. In meiner Praxis behandle ich Patienten ganzheitlich, unter Berücksichtigung ihres körperlichen, seelischen und sozialen Wohlerbefindens. Täglich beobachte ich, wie Selbstfürsorge-Rituale nicht nur das individuelle Wohlbefinden steigern, sondern auch die Gesundheit des gesamten Haushalts positiv beeinflussen.
Falls Sie kürzlich Schwierigkeiten hatten, probieren Sie eine dieser Methoden aus:
1. Nehmen Sie einen E-Mail-Urlaub.
Schalten Sie Push-Benachrichtigungen aus, wo möglich – Brenda aus der Personalabteilung kann warten. Ich rate dringend, morgens ein paar Stunden vor dem ersten E-Mail-Check zu pausieren und weitere kurze "Urlaube" tagsüber einzulegen.
Dies basiert nicht nur auf meiner Erfahrung: Eine Studie zeigte, dass Teilnehmer mit reduzierter E-Mail-Zeit länger konzentriert blieben und messbar weniger Stress hatten.
2. Pflegen Sie Ihr Mikrobiom.
Bei Stress sehnen wir uns oft nach einem Double-Bacon-Cheeseburger mit Eis. Kein Wunder: Solche Lebensmittel aktivieren Belohnungszentren im Gehirn ähnlich wie Glücksspiel oder Sex und können abhängig machen – Tierstudien deuten sogar auf stärkere Süchtigkeit hin als bei Kokain.
Langfristig schaden ungesunde Fette und Zucker jedoch dem Darmmikrobiom, fördern Gehirnnebel und Entzündungen, was Stimmung und Psyche belastet. Ab und zu genießen ist okay, doch jetzt ist die Zeit, Verarbeitetes und Zucker zu meiden.
Wählen Sie stattdessen obst-, gemüsereiche und ballaststoffreiche Kost, die das Mikrobiom nährt – etwa Beeren im Haferbrei oder Linsen im Salat. Ein hochwertiges Probiotikum unterstützt zusätzlich. Ihr Bauch und Gehirn werden es danken.
3. Ersetzen Sie Fernsehen durch eine Wohnzimmer-Tanzparty.
Komfort-TV ist verständlich, doch mehr als zwei Stunden tägliche Bildschirmzeit schadet der Psyche nachweislich. Studien zeigen, dass negative Effekte bei Frauen stärker ausfallen – möglicherweise wegen unterschiedlicher Stressbewältigung: Männer lenken ab, Frauen grübeln.
Ich verbiete Insta oder Parks & Rec-Marathons nicht (dazu bin ich kein Monster!). Nach ein paar Episoden wechseln Sie zu Rätseln, Zeichnen oder Tanzen. Die positiven Wirkungen reichen bis in die Woche.
4. Integrieren Sie Achtsamkeitspausen – ideal bei Sonnenschein.
Unsicherheit über die Post-COVID-Zeit zermürbt. Der Geist ist nur zu 53 % im Hier und Jetzt – Abschweifen verursacht Unglück. Achtsamkeit reduziert Angst, Depressionen und Schmerzen.
Bei Überforderung: Stoppen, Körpergefühle und Atmung wahrnehmen. Besser draußen: Sonne genießen, Geräusche hören (Vitamin-D-Bonus). Kurze Meditationen helfen schnell.
Das Wichtigste im Überblick.
Setzen Sie zuerst Ihre Sauerstoffmaske auf. Ohne eigenes Wohlbefinden können Sie keine gute Familie, Partner:in oder Gemeindemitglied sein. Priorisieren Sie Selbstfürsorge für sich und andere.
Dies sind einige bewährte Ansätze, um gesund und geerdet zu bleiben.