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Social-Media-Aktivitäten vorhersagen Persönlichkeit und psychische Gesundheit: Erkenntnisse aus neuester Forschung

Es überrascht kaum, dass unsere Interaktionen in sozialen Medien viel über uns verraten. Doch eine aktuelle Studie des Center for Information and Neural Networks (CINet) und des National Institute of Information and Communications Technology (NICT) zeigt: Social Media können Persönlichkeitsmerkmale, Attribute und psychische Gesundheit präziser prognostizieren als Experten lange vermuteten.

Soziale Medien und Persönlichkeit

Für die Studie entwickelten die Forscher Kazuma Mori und Masahiko Haruno maschinelle Lernmodelle, die auf Faktoren wie Wortwahl, Posting-Zeiten und Nutzungsstatistiken basieren. Diese Modelle prognostizierten Verbindungen zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Social-Media-Verhalten.

Spezifisch untersuchten sie Big-Five-Persönlichkeitsfaktoren (Extraversion, Neurotizismus, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Offenheit), Intelligenz, Lebenszufriedenheit (Glück, Selbstwertgefühl) sowie Konsum von Alkohol und Zigaretten.

Die Studie analysierte Social-Media-Daten von 156 Männern und 83 Frauen mit einem Durchschnittsalter von rund 22 Jahren. Die Teilnehmer absolvierten umfassende Tests wie die Happiness Scale, Machiavellianism Scale, Obsessive-Compulsive Inventory, Autism-Spectrum Quotient, Rosenberg Self-Esteem Scale und weitere.

Die zentralen Erkenntnisse

Die Ergebnisse identifizieren vier Kategorien von Social-Media-Daten, die 23 Subskalen der Persönlichkeit vorhersagen. Sprache und "Netzwerkfunktionen" (z. B. Tweet-Anzahl, Follower, Antworten, Erwähnungen) erwiesen sich als stärkste Prädiktoren.

"Wir haben unsere Hypothese bestätigt, dass Netzwerk- und Wortstatistiken einzigartige Stärken für die Vorhersage zwischenmenschlicher Merkmale wie Autismus sowie psychischer Gesundheitsfaktoren wie Schizophrenie und Angst aufweisen", fassen die Autoren zusammen. "Auch Intelligenz lässt sich aus allen vier Informationsarten vorhersagen."

Beispiel: "Menschen mit hoher verbaler Intelligenz tweeten häufiger und erhalten mehr Beachtung, mit stabilem Timing in ihren Antworten", berichten Mori und Haruno.

Netzwerkinformationen prognostizieren Extraversion zuverlässig, Timing korreliert mit Intelligenz und sozialem Verhalten.

Bei psychischer Gesundheit zeigen emotionale Wörter starke Vorhersagekraft: "Mehr negative und weniger positive Wörter deuten auf Wahnvorstellungen, Depressionen und Angst hin", schreiben die Forscher.

Die wichtigsten Takeaways

Am besten vorhersagbar sind psychische Gesundheit, Empathie-Systematisierung, Big-Five-Persönlichkeitsfaktoren, Intelligenz, Lebenszufriedenheit sowie Alkohol- und Zigarettenkonsum.

Bisher war unklar, wie viel Persönlichkeit aus Tweets extrahierbar ist. "Jeder Informationstyp hat einzigartige Stärken für spezifische Merkmale", betonen Mori und Haruno. "Dies macht Social-Media-Analyse zu einem mächtigen Tool für Persönlichkeitspsychologie und Informationstechnologie."

Zukünftig planen die Forscher, diese Erkenntnisse für reale Anwendungen einzusetzen, etwa bei der Problemlösung in der Praxis.