Jeder, der schon einmal unter Schlafentzug gelitten hat, kennt die Folgen: Müde, gestresste Tage, die sich durchziehen. Eine aktuelle Studie der University of York und der University of Cambridge in England belegt einen starken Zusammenhang zwischen Schlafmangel und aufdringlichen, negativen Gedanken. Wir fassen die Erkenntnisse zusammen und erklären, warum das relevant ist.
Der Zusammenhang zwischen Schlaf und unerwünschten Gedanken
In der Studie testeten die Forscher, wie gut Probanden mit intrusiven, negativen Gedanken zurechtkommen, nachdem ihnen der Schlaf entzogen wurde.
Hauptautor Marcus Harrington, Ph.D., erklärt in einer Pressemitteilung: „Bei den meisten Menschen vergehen Gedankeneinbrüche schnell, doch bei Betroffenen psychiatrischer Erkrankungen wie einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wiederholen sie sich unkontrollierbar und quälend.“
60 Teilnehmern wurden Bilder negativer und neutraler Szenen mit bestimmten Gesichtern präsentiert. In dieser Nacht schlief die Hälfte normal, der anderen Hälfte wurde der Schlaf entzogen. Am nächsten Tag sollten sie dieselben Gesichter sehen und die zugehörigen Szenengedanken unterdrücken.
Die zentralen Ergebnisse
Schlafentzug führte zu einem markanten Anstieg unerwünschter Gedanken: Die schlaflosen Probanden berichteten fast 50 % mehr solcher Intrusionen als die Kontrollgruppe.
Die gut geschlafene Gruppe lernte mit Übung besser, diese Gedanken zu kontrollieren, und zeigte eine geringere Stressreaktion. Bei den Schlafenteigneten fehlte dieser Effekt.
„Unsere Studie zeigt, dass Schlafmangel unsere Fähigkeit beeinträchtigt, unerwünschte Gedanken zu verdrängen“, fasst Harrington zusammen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit regelmäßigen, erholsamen Schlafs. Schlechter Schlaf und intrusive Gedanken können einen Teufelskreis bilden.
Leitautor Scott Cairney, Ph.D., warnt: „Intrusive Gedanken und emotionale Belastungen nach schlaflosen Nächten verschlimmern Schlafprobleme und verhindern die Erholung, die wir brauchen.“
Investieren Sie in Schlafhygiene, früheres Zubettgehen oder schlaffördernde Ergänzungen – besonders bei unerwünschten Gedanken oder Erkrankungen wie PTBS und Depressionen.
Ohne ausreichend Schlaf fühlt sich niemand wirklich gut. Bei negativen Gedanken könnte mehr Schlaf der Schlüssel sein.
Die Informationen basieren auf einer Studie und ersetzen keinen medizinischen Rat. Weitere Forschung ist nötig, um die Ergebnisse zu validieren.