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Von jahrelangen Endometriose-Schmerzen zur Mission: Wie ich anderen Betroffenen helfe

Ich erinnere mich noch genau an jenes Meeting mit meinen drei männlichen Kollegen in dem Unternehmen, für das ich früher in Großbritannien gearbeitet habe. Ich saß im Sitzungssaal, beugte mich vor Schmerzen zusammen und versuchte, die Qualen zu verbergen, während ich meine Quartalsstrategie präsentierte.

Nur kurz zuvor hatte ich wie jeden Tag meinen Cappuccino auf dem Weg zur Arbeit geholt. Doch an diesem Morgen war alles anders: Vor Schmerzen zusammengekrümmt fiel ich im Café ohnmächtig zu Boden – und fuhr trotzdem noch zur Arbeit.

Ich musste vor meinem CEO und dem Führungsteam so tun, als wäre alles in Ordnung. Eine Auszeit galt in diesem Unternehmen als Schwäche, und ich wollte als starke Führungskraft dastehen, die alles meistert. Das war mein Alltag: Stress, Endometriose-Schmerzen und ein fordernder Job als Managerin brachten mich an meine Grenzen.

Bis zu diesem Moment hatte ich die volle Tragweite meiner Erkrankung nicht erfasst – und war nicht vorbereitet auf das, was folgte.

Jahrelang litt ich unter qualvollen Endometriose-Symptomen – oft ohne schnelle Diagnose

Mein hormonelles Ungleichgewicht begann mit 21 durch Myome, eine häufige, aber schmerzhafte Erkrankung. Damals hatte ich meine erste Operation zur Entfernung.

Mit 23 setzten starke Periodenschmerzen ein, mit 28 folgte die Endometriose-Diagnose. Ich lebte 40 bis 60 Prozent des Monats mit Schmerzen – mal unerträglich, mal durch starke Schmerzmittel beherrschbar. Bis 35 absolvierte ich zwei weitere Operationen.

Als ich mit 37 vor dem Meeting ohnmächtig wurde, war ich verheiratet und versuchte, schwanger zu werden. Eine IVF-Runde scheiterte; der Arzt schätzte meine Chance auf unter 10 Prozent. Ultraschall zeigte: Die Endometriose war zurück. Eine vierte Laparoskopie zur Reinigung meiner Eierstöcke brachte stabile Perioden und etwa 12 schmerzfreie Monate – doch eine Schwangerschaft blieb aus.

Dann drehte die Endometriose mein Leben komplett um

Zwei Jahre später zogen wir nach New York. Meine Ehe zerbrach, ich gründete meine eigene Firma und ließ mich scheiden. Die Schmerzen kehrten zurück, oft unerträglich.

Im Sommer 2018 stieg ich mit starken Schmerzen in ein Flugzeug, um Familie zu besuchen. Das Kabinenpersonal rief nach einem Arzt; ein Apotheker gab mir ein starkes Mittel.

Zu Hause konnte ich weder aufstehen noch schlafen. Nach mehreren Krankenhausbesuchen diagnostizierten sie Stadium-IV-Endometriose mit Darmbeteiligung. Drei Wochen später folgte eine komplette Hysterektomie und Kolonresektion. Das Team startete mit Laparoskopie, musste aber öffnen, da die Organe tief infiltriert waren. Physisch und psychisch war das extrem belastend.

Es folgte die chirurgische Menopause: Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Stimmungsschwankungen. Mein Arzt informierte mich detailliert und verschrieb Hormontherapie. Nach sechs Monaten plagten mich jedoch Beinschmerzen als Nebenwirkung.

Ich recherchierte selbst und fand bioidentische Hormone: Sie replizieren exakt die Molekularstruktur natürlicher Hormone (Östrogen, Testosteron, Progesteron) und wirken deutlich besser als synthetische Varianten. Für mich war das wie Magie – ein Thema für sich.

Heute ist es meine Mission: Aufklärung und Ressourcen zu Endometriose teilen

Schmerzfrei und stabil fühle ich mich endlich wohl. Ich schwor mir, anderen zu helfen, damit niemand allein durch diese Hölle muss. Gespräche mit Betroffenen zeigten: Teilen von Erfahrungen kann Leben verändern.

Ein Freund verband mich mit Tamer Seckin, M.D., FACOG, Gründer der Endometriosis Foundation of America (Endofound). Ich engagiere mich ehrenamtlich, baue Partnerschaften auf und bin nun Vorsitzende ihres Beirats.

Schließlich gründete ich die Hormone University: Eine Plattform für klare Bildung, Tipps aus der Community und Expertenwissen zu Hormongesundheit. Gemeinsam können wir Schmerzen minimieren und Kontrolle zurückgewinnen.

Meine Reise war turbulent – doch der Traum wird Realität.