Wenn Sie an jemanden mit Angst denken, stellen Sie sich vielleicht eine Person vor, die vor Furcht gelähmt ist und ihren Alltag kaum bewältigen kann, weil überwältigende Sorgen sie niederdrücken.
Dieses Bild trifft auf viele zu, doch Angst äußert sich bei jedem anders. Wie die Psychologin Perpetua Neo, DClinPsy, im mindbodygreen-Podcast erläutert, erleben manche Menschen, was sie als „hochfunktionale Angst“ bezeichnet. Sie wirkt auf den ersten Blick unauffällig, ist aber ebenso wichtig zu managen.
Was ist hochfunktionale Angst?
Menschen passen sich hervorragend an ihre Umwelt an – auch bei Angst. Deshalb „sehen Menschen mit hochfunktionaler Angst oft so aus, als hätten sie alles im Griff“, erklärt Neo. „Sie gehen arbeiten, pflegen Beziehungen und leisten herausragende Arbeit.“ Subtile Zeichen wie Nägelkauen oder Lippenzupfen könnten auffallen, doch insgesamt wirkt alles normal.
Unter der Oberfläche brodelt die Angst jedoch und sucht nach einem Ausweg. „Innen und Außen passen grundsätzlich nicht zusammen“, betont Neo. Man toleriert die Gefühle, bis ein Bruchpunkt erreicht ist – chronische Angst ist schließlich nicht nachhaltig.
So gehen Sie richtig damit um
Hochfunktionale Angst zu lindern ist entscheidend, auch wenn sie unauffällig ist. „Sie führt sonst in einen endlosen Teufelskreis“, warnt Neo.
Zuerst das „Warum“ Ihrer Emotionen klären: Fragen Sie sich Was stört mich am meisten? Was will ich kontrollieren? Welche Fragen brennen in mir? So erkennen Sie unterdrückte ängstliche Gedanken. „Bei Angst will man allem zuvorkommen, weil man glaubt, Sorgen lösen Probleme“, sagt Neo.
Als Nächstes eine Grenze ziehen: Was ist kontrollierbar, was nicht? Viele Ängste drehen sich um Unkontrollierbares. Das Unbekannte akzeptieren – vielleicht sogar annehmen – entlastet. Es gibt weitere neurowissenschaftlich bewährte Strategien gegen Sorgen.
Das Wichtigste zum Abschluss
Unauffällige Angst ist nicht weniger ernst. Viele passen sich so gut an, dass sie ihre Ängste erst bei genauer Betrachtung bemerken. Es erfordert Arbeit, doch Neo verspricht: Der Unterschied ist enorm.