Es trifft uns alle irgendwann: Ein stressiges Ereignis oder ein Problem löst einen Wirbelsturm negativer Selbstgespräche aus – oder „Geschwätz“, wie der preisgekrönte Psychologe Ethan Kross, Ph.D., es nennt.
Der gängige Rat, einfach positiv zu bleiben!, hilft selten. Oft verstärkt er die dunklen Gedanken nur. Wie besiegt man diese negative Stimme im Kopf? Ethan Kross, Autor des Bestsellers Chatter: Die Stimme in unserem Kopf, warum sie wichtig ist und wie man sie nutzt, teilt praxisnahe Strategien, um destruktive Gedankenschleifen zu durchbrechen.
Hier sind drei seiner evidenzbasierten Methoden:
1. Distanziertes Selbstgespräch
„Geschwätz“ zoomt uns zu nah ans Problem heran: ‚Oh mein Gott, was soll ich tun? Was bedeutet das?‘, beschreibt Kross. Seine Lösung: Selbstdistanzierung. Sprechen Sie mit sich selbst in der dritten Person, als gäbe es einem Freund Rat.
„Versuchen Sie, ein Problem unter Ihrem Namen zu lösen“, rät er. „Es fällt uns leichter, anderen zu helfen. Distanziertes Selbstgespräch verschiebt Ihre Perspektive – Sie reden mit sich wie mit einem wichtigen Menschen.“ So lösen Sie Probleme effektiv, ohne Selbstkritik.
2. Zeitliche Distanzierung
Dieses Tool, auch „mentale Zeitreise“ genannt, fragt: Wie werde ich in einer Woche, einem Monat oder einem Jahr darüber denken? Nimmt es dann noch so viel Raum ein?
„Im Geschwätz fühlt sich alles ewig an“, erklärt Kross. „Doch negative Erlebnisse verblassen. Diese Strategie erinnert uns daran – gerade in der Krise.“ Beispiel: Nachts wach und überfordert? Fragen Sie: Ethan, wie fühlst du dich morgen früh darüber? „Morgens ist es immer besser“, sagt er. Hoffnung entmachtet das Geschwätz.
3. Rituale
Rituale sind ein starkes Gegenmittel. Jedes passt individuell: Aufräumen wie bei Kross, Gärtnern oder Spazierengehen – Hauptsache, es fordert volle Aufmerksamkeit.
„Rituale schaffen Ordnung und Kontrolle, die im Geschwätz fehlen“, betont er. „Sie lenken ab und geben Entscheidungsfreiheit.“ Forschung zeigt: Stress triggert ritualisiertes Verhalten wie Putzen.
„Ich räume auf, organisiere – sogar das Kinderzimmer“, gesteht Kross. „Das gibt mir zurück, was mir fehlt.“ Perfekt für die Frühlingsreinigung!
Zusammenfassung
Ihre innere Stimme prägt Stimmung und Wohlbefinden. Positivzwang wirkt kontraproduktiv – nutzen Sie stattdessen Kross‘ Tools. Sie fördern Selbstmitgefühl und beschleunigen Lösungen.
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