Triggerwarnung: Dieser Artikel enthält Erwähnungen von Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch.
Im Jahr 2003, nach einer langen Fruchtbarkeitsreise mit mehreren Schwangerschaftsverlusten, war ich endlich schwanger – mit einem kleinen Mädchen. Doch nur einen Tag, nachdem ich ihren ersten Tritt gespürt hatte, wusste ich: Etwas stimmte nicht. Die Ärzte teilten mir mit, dass sie in mir gestorben war und ich ihren Körper gebären müsste.
Diese Erfahrung ließ mich meinen Körper als Versager empfinden. Ich hatte den Tod zur Welt gebracht und fühlte mich selbst langsam sterben. Ich isolierte mich, während das tote Fleisch in mir blieb.
Ich versank in tiefer Depression. Niemand in meiner Familie verstand mich richtig – meine Mutter hatte acht Kinder, Fruchtbarkeitsprobleme waren unbekannt. Ich fühlte mich unsichtbar, in Familie und Kultur. Alle wollten, dass ich den Schmerz vergesse und weitermache.
Vor der Totgeburt meines Kindes gab es weitere Traumata: Sexueller Missbrauch in der Kindheit, Vergewaltigung im Studium. Doch der Verlust trennte mich radikal von meinem Körper. Ich dissoziierte mich, schnitt mich von der Welt ab.
Ein Freund führte mich zur Heilung durch Bewegung
In dieser dunklen Phase besuchte eine enge Freundin mich drei Monate lang wöchentlich. Sie saß geduldig da, auch wenn ich mich selbst und mein Leben hasste – sogar sie dafür. Sie gab nicht auf.
Sie erkannte als Erste kleine Veränderungsbereitschaft in mir und lud mich zu einem Nia-Kurs ein: "Es ist Zeit, dich zu bewegen." Ich kannte Nia nicht – eine sensorische Bewegungspraxis aus Kampfkünsten, Tanz- und Heilkünsten. Nia steht für "neuromuscular integrative action".
Drei Monate nach der Beerdigung meiner Tochter wagte ich den Schritt ins örtliche YMCA. Als lebenslange Tänzerin und Sportlerin war ich skeptisch, wollte hinten stehen und mich nicht bewegen – untypisch für mich als Performerin.
Die erste Stunde hasste ich. Ich erstarrte wie bei Trauma, wollte keine Gefühle spüren. Doch der Trainer führte sanft durch Bewegungen mit Fokus auf Komfort. "Sicher in deinem Körper" hallte nach.
Langsam wurde ich vertraut mit den Bewegungen. Sie weckten mich sanft zum Leben. Von einem Kurs pro Woche zu drei – sie halfen mir, meinen Körper als Geschenk zu sehen. Ich kehrte ein und lebte wieder.
Vollständiges Eintauchen in Nia
Nia verändert die Körperbeziehung und damit das Leben. Verwurzelt in Anatomie und Physiologie, basiert es auf 52 Bewegungen, die den natürlichen Entwicklungsweg des Körpers folgen – sicher und ganzheitlich.
Fusion aus Kampfkünsten (Präzision, Fokus), Tanzkünsten (Ausdruck, Sinn) und Heilkünsten (Ausrichtung, Empfindungsbewusstsein). Jede Klasse umgibt eine unterstützende Community für Heilung und Wachstum.
Es gibt so viele, die sich wertlos fühlen, getrennt durch unsichtbare Verluste oder Traumata.
Als 25-jährige Psychotherapeutin weiß ich: Trauma wirkt auf Hirnstamm und Basissysteme. Dissoziation blockiert klares Denken, Gleichgewicht und Selbstvertrauen. Nia ist ein Bottom-Up-Ansatz: Umschulung des Nervensystems von unten nach oben – ergänzend zu Top-Down-Methoden wie Gesprächstherapie.
Gesundheitscoach-Zertifizierung
Ein erstklassiger, vom Vorstand zertifizierter Lehrplan, der auf einem ganzheitlichen Heilungsansatz basiert.
Nia folgt der Gehirnentwicklung: Von sensorischer Wahrnehmung zur Welt. Säuglinge lernen Gehen durch Empfindung, nicht Denken. Trauma unterbricht das – Nia holt es zurück.
Trauma schafft Wertlosigkeitsglauben; Nia ehrt das einzigartige Selbst. Es korrigiert Haltungsveränderungen (Zusammenkauern), fördert offene Posen für besseres Atmen und Wohlbefinden.
Nach meiner Heilung wurde ich Nia-Trainerin und integriere sie in Therapie: Die "Fünf Stufen der Heilung" neuverdrahten das Gehirn. Bei Angst beruhigt, bei Traurigkeit belebt, bei Blockaden energisiert es.
So unterstützen Sie Traumatisierte
Seien Sie präsent, emotional neutral, hören Sie zu – ohne Rat, es sei denn gefragt. Führen Sie sanft zu Hilfsorten, respektieren Sie ihr Tempo. Erzwingen Sie nichts.
Meine Freundin verkörperte das perfekt und ermöglichte meinen Start.
Was ich anderen wünsche
Viele fühlen sich getrennt durch unsichtbare Wunden. Ohne Foren bleibt es im Dunkeln.
Unsere Kultur öffnet sich für Psyche, doch Körpertrauma braucht mehr Aufmerksamkeit. Als Therapeutin rate ich: Beginnen Sie mit Bewegung – retrainieren Sie Muskeln und Nerven für vitales Denken und Handeln.