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Richtig gehen: So vermeidest du die Risiken der falschen Gangart

Richtig gehen will gelernt sein – denn durch ein falsches Gangbild kommt es rasch zu Schmerzen und orthopädischen Problemen. Wir verraten dir, wie du besser gehen kannst.

Richtig zu gehen hat nichts mit Schnelligkeit zu tun. Gehst du richtig, belastest du deine Gelenke optimal. Gehst du dagegen falsch, kann das zu Verspannungen oder zu Problemen im Rücken und in den Knien führen. Denn das mit dem Gehen ist gar nicht so einfach, wie vielleicht gedacht: Gehen ist ein sehr individueller Vorgang, daher hat auch jeder Mensch seine ganz eigene Gangart.

Wie jemand geht, hängt mit körperlichen Voraussetzungen, Lebensumständen und individuellen Gehtechniken zusammen. Allgemeingültige Studien oder eindeutige Forschungsergebnisse dazu, welcher Gang der richtige ist, gibt es bisher allerdings nicht. Was feststeht ist jedoch, dass Gehen uns Menschen guttut. Das belegen sogar Studien. Unter anderem ist es möglich, dass du durch regelmäßiges Spazierengehen deine Laune heben und sogar dein Leben verlängern kannst. Du solltest dabei aber darauf achten, richtig zu gehen.

Richtig gehen: Auch auf die Haltung kommt es an

Aus orthopädischer Sicht sollte unsere Gangart leicht federnd, aufrecht, mit hoch erhobenem Kopf und nach vorne gerichtetem Blick sein. Die richtige Haltung ist daher essentiell für richtiges Gehen. Auch die Links-Rechts-Symmetrie unseres Körpers ist dabei nicht zu unterschätzen. Für deine Haltung beim Gehen kannst du aktiv etwas tun:

  • Achte darauf, aufrecht zu gehen. Deine Schulterblätter sollten dabei nach hinten weisen. Deine Haltung ist also nicht gekrümmt, der Nacken entspannt.
  • Pendle leicht mit deinen Armen, um richtig zu gehen. Bis du zu Fuß unterwegs, sollten deine Arme frei mitschwingen können. Dadurch entsteht eine Spiraldrehung, die den Körper entlastet: Oberkörper und Arme drehen sich dabei immer entgegengesetzt zu Becken, Beinen und Füßen.
  • Willst du richtig gehen, solltest du Handtaschen vermeiden – vor allem solche, die du schräg über dem Körper trägst. Dazu rät auch Physiotherapeut Thomas Rogall, der in München eine Fußschule betreibt. Denn Taschen blockieren dich beim Laufen genauso wie ein Smartphone, das du in der Hand trägst. Das liegt daran, dass dein Arm nicht richtig mitschwingen kann. So gerät die Balance in deinem Körper durcheinander. 

Richtig gehen: Schrittlänge und Aufsetztechnik beachten

Nicht nur die Haltung spielt eine wichtige Rolle beim richtigen Gehen, sondern auch, wie groß deine Schritte sind und wie du deinen Fuß absetzt. Das erklärt unter anderem der Facharzt Dr. Martin Rinio von der Gelenk-Klinik Gundelfingen.

Und so kann das richtige Gehen gelingen:  

  • Vermeide zu große Schritte, denn sie haben zur Folge, dass du dein Knie streckst. Dadurch wird der Schritt nicht ausreichend abgefedert. Das belastet nicht nur dein Knie, die Erschütterung kann sich sogar bis hinauf zur Wirbelsäule ziehen.
  • Versuche, nicht mit dem hintersten Ende der Ferse aufzukommen. Auch dabei mangelt es wieder an ausreichender Abfederung. Vor allem, wenn du im schnellen Stechschritt gehst, kann das der Fall sein. Besser ist es, wenn du deinen Fuß flacher absetzt und auf dem Fettgewebe unterhalb deiner Ferse landest. Dieses Gewebe dient als Stoßdämpfer für deinen Körper. Beim flachen Absetzen befindet sich das Knie außerdem in einer leicht gebeugten Stellung, die zusätzlich wie ein Puffer für das Gelenk wirkt. 
  • Versuche, deinen Fuß beim Aufsetzen gleichmäßig zu belasten und nicht ausschließlich über den Großzehballen abzurollen. Verlagere dein Gewicht auf den ganzen Fuß vom Kleinzehballen bis zum Großzehballen. Diese Zehnwippe gibt dir Schwung. 

Umstellen kannst du eine ungesunde Gangart übrigens am besten, indem du dich bewusst auf das Gehen fokussierst. Durch konzentriertes Gehen kannst du Instabilität besser vermeiden. Bis du die neue Gangart verinnerlicht hast, kann es dennoch etwas dauern. Wichtig ist, dass du trotzdem dranbleibst. Will es dir aber einfach nicht gelingen oder hast du anhaltende Problem beim Gehen, kannst du dich auch an eine orthopädische oder physiotherapeutische Praxis wenden.