Richtiges Gehen ist eine Fertigkeit, die sich lohnt zu erlernen. Eine falsche Gangart kann rasch zu Schmerzen und orthopädischen Problemen führen. Als Experten für Bewegungsanalyse zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Gehweise optimieren und langfristig gesund bleiben.
Es geht beim richtigen Gehen nicht um Geschwindigkeit, sondern um optimale Belastung der Gelenke. Falsches Gehen birgt Risiken wie Verspannungen, Rücken- oder Knieschmerzen. Jeder Mensch hat eine individuelle Gangart, geprägt von körperlichen Voraussetzungen, Lebensstil und Technik. Obwohl es keine universellen Studien zu der 'perfekten' Gangart gibt, ist bewiesen: Regelmäßiges Gehen steigert das Wohlbefinden und kann die Lebensdauer verlängern – vorausgesetzt, Sie gehen richtig.
Aus orthopädischer Perspektive sollte die Gangart federnd und aufrecht sein: Kopf hoch, Blick nach vorn. Symmetrie zwischen linker und rechter Körperseite ist entscheidend. So verbessern Sie Ihre Haltung beim Gehen:
Richtig gehen: Achten Sie auf optimale Haltung
- Gehen Sie aufrecht mit nach hinten gezogenen Schulterblättern. Vermeiden Sie eine gekrümmte Haltung und halten Sie den Nacken entspannt.
- Pendeln Sie natürlich mit den Armen. Dies erzeugt eine spiralförmige Drehung, die den Körper entlastet: Oberkörper und Arme bewegen sich gegensinnig zu Becken, Beinen und Füßen.
- Meiden Sie Handtaschen, insbesondere schräg getragene Modelle. Wie Physiotherapeut Thomas Rogall aus seiner Fußschule in München betont, blockieren sie das Armpendeln ebenso wie ein Smartphone in der Hand und stören die Körperbalance.
Richtig gehen: Passen Sie Schrittlänge und Aufsetztechnik an
Nicht nur die Haltung zählt, sondern auch Schrittgröße und Fußaufsetzung. Facharzt Dr. Martin Rinio von der Gelenk-Klinik Gundelfingen erklärt die idealen Techniken:
- Vermeiden Sie zu große Schritte, da sie das Knie überstrecken und Schüterungen bis zur Wirbelsäule übertragen.
- Setzen Sie den Fuß nicht hart auf die hintere Ferse. Besser: Flach auf dem Fettpol unter der Ferse landen. Das Knie bleibt leicht gebeugt und federt nach – ideal auch im flotten Tempo.
- Belasten Sie den Fuß gleichmäßig vom Kleinzeh- bis Großzehballen. Diese 'Zehnwipp'-Technik gibt Schwung und schont die Gelenke.
Trainieren Sie bewusst: Fokussieren Sie sich auf Ihre Schritte, um Instabilitäten zu korrigieren. Es braucht Zeit, bis die neue Gangart automatisiert ist – bleiben Sie dran. Bei anhaltenden Problemen konsultieren Sie eine orthopädische Praxis oder Physiotherapeuten für eine professionelle Ganganalyse.