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Ethylacetat: Wo das Lösungsmittel in Lebensmitteln, Kosmetik und Kaffee verborgen ist

Ethylacetat ist ein weit verbreitetes Lösungsmittel in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. Als Experten für Inhaltsstoffe zeigen wir Ihnen, in welchen Produkten es vorkommt und welche Risiken es birgt.

Ethylacetat, auch bekannt als Essigsäureethylester oder Essigester, riecht typisch nach Klebstoff. Diese Esterverbindung aus Essigsäure und Ethanol kann in hohen Dosen berauschend wirken und wird leider missbräuchlich von sogenannten "Schnüfflern" konsumiert.

Die farblose, leicht entflammbare Flüssigkeit reizt Augen, Schleimhäute und Haut. Bei Inhalation kann sie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Husten, Bewusstseinsstörungen oder sogar Bewusstlosigkeit verursachen.

Neben der chemischen Industrie und Laboren findet Ethylacetat Anwendung in Klebstoffen, aber auch unerwartet in Lebensmitteln und Kosmetika.

Anwendungsbereiche von Ethylacetat

Ethylacetat dient nicht nur als Lösungsmittel, sondern hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten:

Aromatisierung

In der Pharmaindustrie hilft es bei der Herstellung von Antibiotika oder zur Aromatisierung von Medikamenten. In der Lebensmittelbranche verleiht es Limonaden und Bonbons ein fruchtig-süßes Aroma. Natürliche Alternativen: Limonade und Bonbons selbst machen.

Entkoffeinierung

Ethylacetat wird kostengünstig zur Entkoffeinierung von Kaffeebohnen eingesetzt – im Gegensatz zu Methoden wie der Wasserdampf- oder Dichlormethan-Extraktion. Die Bohnen werden übergossen und 10 Stunden getrocknet. Restgehalte sind gering und gelten laut Coffee World Magazin als unbedenklich, wenngleich nicht eindeutig wissenschaftlich bestätigt. Für lösemittelfreie Varianten: Bio-Siegel wie Demeter, Bioland oder Naturland prüfen.

Andere Lebens- und Genussmittel

Natürlich entsteht Ethylacetat in Rum, Wein, Spirituosen, Obst und Gemüse durch Gärung. Koffeinfreier Kaffee mit "natürlich entkoffeiniert" kann dennoch Lösemittel enthalten.

Nagellackentferner und Kosmetika

In Nagellackentfernern (oft "acetonfrei"), Lippenstiften und Nagellacken ersetzt es Aceton. Beide reizen bei Inhalation und entfetten Nägel. Bessere Alternative: Alkohol mit Zitrusöl. Produkte mit Ethylacetat trocknen die Haut aus – täglicher Gebrauch vermeiden, zu lösemittelfreien Bio-Optionen greifen. Auch Naturkosmetik nutzt es; bei Siegeln wie BDIH oder Natrue Inhaltsstoffe kontrollieren. Codecheck stuft es als unbedenklich ein.

Ist Ethylacetat ökologisch unbedenklich?

Wasserlöslich und schwach wassergefährdend (GisChem), explosiv, aber in niedrigen Dosen und natürlich herstellbar kein hohes Risiko. Nicht in Gewässer einleiten.