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Psychohygiene: So stärken Sie Ihre seelische Gesundheit durch Selbstmitgefühl

Psychohygiene fördert ein starkes Selbstmitgefühl und ist ein bewährter Ansatz zur Pflege der mentalen Gesundheit. Basierend auf Erkenntnissen der Psychologin Kristin Neff erklären wir, was Psychohygiene bedeutet und wie Sie sie in Ihrem Alltag umsetzen können.

Die Vorteile von Psychohygiene

Es fällt vielen leichter, Mitgefühl für andere als für sich selbst aufzubringen. Psychohygiene zielt genau darauf ab: Sie stärkt das Selbstmitgefühl, sodass Sie Herausforderungen motivierter meistern.

Laut Spektrum.de belegen wissenschaftliche Studien: Ältere Menschen mit hohem Selbstmitgefühl nehmen Unterstützung besser an. HIV-Infizierte akzeptieren ihre Erkrankung leichter. Ähnliche Effekte zeigen sich bei anderen Gruppen. Zusammengefasst sinken bei gesunder Psychohygiene Angst und Depressionen. Rückschläge werden besser verkraftet, was die Resilienz stärkt.

Die Ursprünge der Psychohygiene

Den Begriff "Psychohygiene" prägte Kristin Neff, Professorin für Psychologie an der University of Texas at Austin (USA). Inspiriert vom Buch "Lovingkindness" der Meditationslehrerin Sharon Salzberg, die betont, dass Selbstmitgefühl Voraussetzung für echtes Mitgefühl mit anderen ist, vertiefte Neff das Thema. Sie bietet den Kurs "Mindful Self-Compassion" (MSC) an und fasst ihre Forschung in "Selbstmitgefühl: Wie wir uns mit unseren Schwächen versöhnen und uns selbst der beste Freund werden" zusammen (u. a. bei Buch7, Thalia, buecher.de).

Für Neff ist Selbstmitgefühl eng verwandt mit Mitgefühl für andere: Es geht darum, die eigene Menschlichkeit, Begrenztheit und Unvollkommenheit anzuerkennen. Das ist der Kern der Psychohygiene.

Die drei Elemente der Psychohygiene

Kristin Neff identifiziert drei Säulen einer gesunden Psychohygiene:

  1. Selbstfreundlichkeit (self-kindness)
  2. Geteilte Menschlichkeit (common humanity)
  3. Achtsamkeit im Umgang mit negativen Emotionen (mindfulness)

Erstes Element: Selbstfreundlichkeit

Lernen Sie, Misserfolge und Unvollkommenheiten zu akzeptieren. Gehen Sie in Grenzsituationen geduldig und verständnisvoll mit sich um – statt selbstkritisch zu sein. Seien Sie nett, aufbauend und tröstend zu sich selbst.

  • Praxistipp: Behandeln Sie sich wie einen geliebten Menschen: Nehmen Sie sich metaphorisch in den Arm, zeigen Sie Verständnis und fragen Sie: Was tut mir jetzt gut?

Zweites Element: Geteilte Menschlichkeit

Relativieren Sie Ihre Fehler: Sie sind menschlich und gehören zum Leben aller. Das schafft Abstand zur Ich-Zentriertheit.

  • Praxistipp: Erinnert Sie sich: Jeder macht Fehler. Misserfolge sind normal und fördern Wachstum.

Drittes Element: Achtsamkeit

Nehmen Sie negative Gefühle wahr, ohne sie zu verdrängen oder zu übertreiben. Finden Sie innere Balance.

  • Praxistipp: Verbalisieren Sie Emotionen: "Das ist jetzt schwierig" oder "Das tut weh". Die gewaltfreie Kommunikation unterstützt dabei.

Weitere Übungen für Ihre Psychohygiene

Auf Kristin Neffs Website zu Selbstmitgefühl finden Sie Übungen und Meditationen. Entdecken Sie auch unsere geführten Meditationen.

Das Buch von Kristin Neff ist bei Buch7, Thalia oder buecher.de erhältlich.