Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind natürliche Schutzstoffe von Pflanzen, die in Lebensmitteln unerwünschte Gesundheitsrisiken bergen können. Erfahren Sie hier, wie sie entstehen, wo sie vorkommen und wie Sie sich schützen – basierend auf Erkenntnissen des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) und der Verbraucherzentrale.
Pyrrolizidinalkaloide: Der giftige Pflanzenschutz
Pyrrolizidinalkaloide (PA) zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen, mit denen Pflanzen sich gegen Fressfeinde wehren. Für Mensch und Tier sind sie jedoch problematisch. Das Medizinportal DocCheck betont, dass PA die Leber schädigen, krebserregend wirken und das Erbgut beeinträchtigen können.
Die Verbraucherzentrale listet heimische Pflanzen mit PA-Belastung auf:
- Borretsch
- Wasserdost
- Geflecktes Lungenkraut
- Beinwell
- Pestwurz
- Huflattich
- Greiskraut oder Kreuzkraut
Nach Angaben des BfR können auch Küchenkräuter wie Oregano und Liebstöckel PA enthalten.
PA in Lebensmitteln: Häufige Verunreinigungen
PA gelangen versehentlich in Nahrungsmittel, die eigentlich frei davon sein sollten. Da sie farb- und geruchlos sind, lassen sie sich nicht leicht erkennen. Untersuchungen des BfR zeigen Belastungen in Krätutertees, Rooibostee, Kräutern und Gewürzen. Die Verbraucherzentrale nennt zudem Honig, Pollenprodukte und Nahrungsergänzungsmittel mit Johanniskraut.
Ursachen für Verunreinigungen:
- Bei der Ernte: PA-haltige Unkräuter auf Wiesen oder Ackerrändern mischen sich in Nutzpflanzen.
- Verwechslung: Ähnlichkeiten, z. B. zwischen Rucola und Greiskraut, belasten Fertigsalate wie Feldsalat oder Frisée.
- Durch Bienen: Pollen von PA-Pflanzen landet im Honig.
Gesundheitsrisiken von Pyrrolizidinalkaloiden
Über 300 PA-Varianten sind erforscht, Schätzungen gehen von bis zu 6.000 betroffenen Pflanzen aus, meldet die Deutsche Apotheker Zeitung. Besonders 1,2-ungesättigte PA schädigen die Leber. Das BfR warnt vor chronischen Risiken bei langfristiger niedriger Exposition, z. B. durch täglichen Kräutertee-Konsum. Akute Vergiftungen sind bei normaler Ernährung unwahrscheinlich. EU-Grenzwerte fehlen derzeit.
- Organschäden: Leber und Lunge sind anfällig, zunächst unbemerkt, später chronisch.
- Krebserregend: Sie verändern das Erbgut und fördern Krebsentstehung.
Pyrrolizidinalkaloide vermeiden: Praktische Tipps
Prävention beginnt in Landwirtschaft und Verarbeitung. Die WHO-Alimentarius-Kommission empfiehlt PA-freie Felder ohne Herbizide. BfR fordert Kontrollen bei Tees, Gewürzen und Kräutern – Belastungen sind seit 2015 gesunken.
Suchen Sie auf Verpacken nach PA-Kontrollhinweisen oder fragen Sie Hersteller. Bioqualität schließt Verunreinigungen nicht aus. Abwechslungsreiche Ernährung minimiert Risiken:
- Wechseln Sie Teesorten; Kinder altern mit Fruchtschorle oder Wasser.
- Überprüfen Sie Salate, Blattgemüse und Küchenkräuter auf Fremdpflanzen – sortieren Sie Unbekanntes aus. Beim Wildkräutersammeln nur Sicheres nutzen.
Das Bundesministerium für Ernährung rät Schwangeren und Stillenden von ausschließlichem Kräutertee ab.