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Zugsalbe bei Entzündungen: Wirkung, Inhaltsstoffe, Anwendung und Risiken

Als bewährtes Hausmittel gegen Entzündungen wird Zugsalbe seit über 100 Jahren eingesetzt. Moderne Erkenntnisse zeigen jedoch, dass sie nicht immer unproblematisch ist – vor allem aufgrund ihrer Inhaltsstoffe. Als Apotheken- und Dermatologie-Experten klären wir über Wirkungsweise, Vorteile und potenzielle Risiken auf.

Zugsalbe: So wirkt sie bei eitrigen Entzündungen

Die traditionelle Anwendung zielt darauf ab, Eiter aus der Haut zu ziehen. Unabhängige Studien sind rar, doch der Hersteller – zitiert in der Pharmazeutischen Zeitung – beschreibt folgende Effekte:

  • Sie fördert die Durchblutung rund um die Entzündung, stärkt die körpereigene Abwehr und kann zunächst mehr Eiter bilden.
  • Die Salbe weicht Haut und Eiterherd auf, erleichtert so die Entfernung des Eiterpfropfens.
  • Sie wirkt antibakteriell und hemmt die Ausbreitung von Keimen im Gewebe.
  • Zusätzlich drosselt sie die Talgproduktion der Hautdrüsen.
  • Die Inhaltsstoffe lindern Schmerzen und Juckreiz bei entzündeter Haut.

Zugsalbe als Hausmittel gegen Pickel und Hautirritationen

Meist enthält Zugsalbe nur einen Wirkstoff: Ichthammol (auch Ichtholan oder Ichthyol). Wählen Sie je nach Bedarf eine schwache (bis 20 %) oder stärkere Variante. Ideal für kleine, unterirdische Entzündungen wie:

  • Unterirdische Pickel ohne sichtbaren Kopf,
  • Rasierpickel,
  • Eingewachsene Haare,
  • Hartnäckige Akne-Pickel (punktuell anwenden, nicht großflächig),
  • Kleine Verletzungen mit Splittern.

Anwendungsschritte für oberflächliche Entzündungen:

  1. Tragen Sie die Salbe punktuell auf und lassen Sie sie tagsüber einwirken.
  2. Abdecken mit Pflaster oder Verband – die schwarze Salbe kann Flecken verursachen (weiße Varianten sind alternativ).
  3. Am nächsten Tag Reste mit lauwarmem Wasser abwaschen.
  4. Nach 3–4 Tagen reift der Pickel: Der Eiterkopf wird heller und weich. Entfernen Sie ihn sanft.
  5. Desinfizieren, Finger mit Kosmetiktuch schützen, nicht quetschen oder Nägel nutzen.

Tipp: Die zähe Salbe trocknet auf der Haut ein. Ein Dampfbad beschleunigt den Prozess.

Warnung: Nicht länger als 4 Tage ohne ärztlichen Rat anwenden.

Zugsalbe: Wichtige Hinweise zur sicheren Anwendung

Ärztliche Behandlung: Bei tieferen oder größeren Entzündungen (z. B. Furunkel, Abszesse, entzündete Nagelbetten) immer zum Arzt gehen. Netdoktor und Apotheken Umschau empfehlen hier stärkere Dosierungen unter Aufsicht.

Anwendung: Vermeiden Sie Kontakt mit Schleimhäuten und Augen (Stiftung Warentest). Folgen Sie dem Beipackzettel.

Konzentration: Prozentangabe auf der Tube; rezeptfrei in Apotheken erhältlich – lassen Sie sich beraten.

Allergien: Bei Juckreiz oder Bläschen absetzen.

Schwangerschaft/Stillzeit: Ärztlichen Rat einholen.

Ist Zugsalbe noch zeitgemäß?

Der Hauptstoff Ammoniumbituminosulfonat aus Schieferöl (verarbeitet mit Schwefelsäure und Ammoniak) ist umstritten. Markennamen: Ichthammol, Ichtholan, Ichthyol.

  • Zugelassen vom Bundesinstitut für Arzneimittel.
  • Auf Verbotslisten (z. B. Wundzentrum Hamburg) für chronische Wunden wegen mineralölhaltiger Basis.
  • Mögliche Nebenwirkungen: Ausschlag, Rötung, Juckreiz (Omneda). Macht Haut durchlässig – keine Kombi mit anderen Cremes.

Weitere Stoffe: Vaseline, Wollwachs, Butylhydroxytoluol (E321), Wasser. E321 und Vaseline gelten als bedenklich (Codecheck).

Nachhaltigkeit von Zugsalbe

Auf fossilen Rohstoffen (Schieferöl wie Erdöl) basierend, energieintensiv zu gewinnen (aus Österreich/Frankreich).

  • Begrenzte Reserven.

Nachhaltige Alternativen: Teebaumöl, Heilerde-Packung oder Kamillentee-Kompressen für kleine Irritationen.