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Schlafmangel und gesteigerter Heißhunger auf Junk Food: Wissenschaftliche Fakten

Wir alle wissen, wie entscheidend regelmäßiger, erholsamer Schlaf für unsere Gesundheit ist. Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) schlafen jedoch ein Drittel der Erwachsenen weniger als die empfohlenen sieben Stunden pro Nacht. Chronischer Schlafmangel birgt ein deutlich erhöhtes Risiko für ernste Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes, Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Schlaganfall. Doch die Auswirkungen gehen darüber hinaus: Zu wenig Schlaf fördert psychischen Stress, triggert Heißhunger auf Junk Food und verschlechtert die Entscheidungsfindung – besonders bei der Auswahl von Mahlzeiten und Getränken. Die körperlichen Effekte von Schlafqualität und -dauer verstärken sich dadurch noch.

Die Verbindung zwischen Schlafverlust und Heißhunger

Eine schwedische Studie aus dem Jahr 2012, veröffentlicht im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, beleuchtete den Einfluss von Schlaf auf den Appetit nach Junk Food. Die Forscher gingen davon aus, dass Schlafentzug den Appetit steigert und müde Menschen empfindlicher auf belohnende Reize kalorienreicher Lebensmittel reagieren. Tatsächlich berichteten Probanden mit akutem Schlafdefizit von stärkerem Hunger, und MRT-Scans zeigten eine erhöhte Gehirnaktivität bei der Betrachtung von Lebensmittelbildern.

Je länger der Schlafmangel anhält, desto intensiver wird der Effekt. Längere Phasen unzureichenden Schlafs verstärken die Belohnungsreaktion im Gehirn und fördern hedonistische Impulse, die zu übermäßigem Verzehr ungesunder Lebensmittel führen.

Die Autoren betonen, dass diese Mechanismen einen Beitrag zur wachsenden Fettleibigkeit in westlichen Gesellschaften leisten könnten: Zu wenig Schlaf könnte ein zentraler Grund für den kollektiven Gewichtszuwachs sein.

Aromen wirken verlockender, wenn wir müde sind

Eine Studie der Northwestern University aus 2019, publiziert in eLife, untersuchte, warum Schlafmangel Junk-Food-Verlangen auslöst. Wie die schwedische Arbeit bestätigte sie, dass Schlafdefizit die Nahrungsaufnahme ankurbelt und zu einer Vorliebe für kalorienreiche Optionen führt. Neu war der Fokus auf den Geruchssinn.

Bei Müdigkeit läuft unser olfaktorisches System auf Hochtouren, um Nahrung zu identifizieren, und kommuniziert intensiver mit dem Gehirn. Das lenkt Entscheidungen zu energiereicheren Lebensmitteln. Kein Wunder, dass Düfte wie frischer Speck oder Kaffee uns besonders reizen, wenn wir unausgeruht sind – denken Sie an die klassischen Werbespots!

Die Studienteilnehmer mit Schlafdefizit snackten den ganzen Tag über öfter, wählten aber kalorienreichere Produkte.

„Die Teilnehmer haben ihre Ernährungsgewohnheiten verändert“, erklärt Leitautor Thorsten Kahnt, Assistenzprofessor für Neurologie an der Northwestern University Feinberg School of Medicine. „Nach Schlafentzug griffen sie zu energiedichteren Lebensmitteln (mehr Kalorien pro Gramm) wie Donuts, Schokoladenkeksen und Kartoffelchips.“

Das Fazit

Um Heißhunger auf Junk Food zu bekämpfen, priorisieren Sie guten Schlaf. So treffen Sie bessere Ernährungsentscheidungen – nicht nur einmalig, sondern langfristig. Sie werden resistenter gegen zucker- und fettreiche Reize und schützen sich vor Gewichtszunahme sowie Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzproblemen.