Carol Malone machte einen entscheidenden Schritt zurück, als sie ihr 'Reflexionsproblem' erkannte – ein klares Indiz für ein gestörtes Körperbild.
In ihrer Jugend kämpfte sie mit ihrem Gewicht, das sich in ihren 20ern nach der Geburt zweier Kinder verschlimmerte. Mit 35 Jahren wurde es zum Wendepunkt: Sie trackte ihre Ernährung, engagierte einen Personal Trainer und entdeckte Freude am Sport. Innerhalb weniger Jahre erreichte sie ihr Zielgewicht, hielt es und gewann sogar Muskeldefinition in den Armen.
"Das Reflexionsproblem"
Trotzdem konnte sie es nicht genießen. In jedem Spiegel, Fenster oder reflektierenden Fläche sah sie nur ihre Bauchwölbung – egal wie objektiv sie sonst aussah.
"Anfangs fand ich es fast lächerlich, wie oft ich mein Shirt hochzog und auf meinen Bauchspeck starrte, als würde er sich stündlich verändern", erzählt Malone. "Ich hasste ihn. Ich machte unzählige Crunches, folgte Flat-Belly-Diäten und las online nur noch darüber. Ich kaufte Kleidung basierend darauf, wie mein Bauch darin wirkte. Er war gar nicht groß – ich trug Größe 4 –, doch er fühlte sich wie ein bösartiger Zwilling an, der mich hässlich machte."
Die Obsession wurde so stark, dass sie professionelle Beratung suchte. Dort erhielt sie die Diagnose: Körperdysmorphe Störung (BDD). Diese psychische Erkrankung zeichnet sich durch eine obsessive Fixierung auf einen vermeintlich fehlerhaften Körperteil oder den gesamten Körper aus. Betroffene wie Malone verbringen Stunden täglich damit, was Angst, Zwänge und Stress verstärkt, wie Experten bestätigen.
In unserer instagramgetriebenen Kultur ist es normal, über Aussehen nachzudenken. BDD jedoch stört das Leben massiv.
3 Anzeichen einer Körperdysmorphen Störung
Hier sind drei Warnsignale, basierend auf Erfahrungen und Expertenwissen:
1. Sie fixieren sich ausschließlich auf Ihren "Defekt"
Wie Malone konzentrieren sich viele mit BDD auf einen oder mehrere Körperteile – Nase, Haare, Hüften oder Haut. Dieser Fokus wird negativ, dominiert Gespräche und Wahrnehmung anderer, erklärt Sharon Chirban, PhD, klinische Psychologin bei Amplify Wellness & Performance.
"Ihre Aktivitäten und Gedanken drehen sich zunehmend negativ darum. Der Tag baut sich um Strategien zur Veränderung auf", sagt sie.
Malone bestand auf Core-Training und recherchierte Bauchdeckenstraffungen. Nachts übte sie vor dem Fernseher – ein Alarmsignal. "Gesundheit sollte kein Selbsthass sein", reflektiert sie.
2. Fixes wirken nicht oder nur kurz
Malone ahnte, dass eine OP nicht geholfen hätte: "Es wäre etwas Neues geworden – Fettpölsterchen oder Hüftwölbungen."
Chirban bestätigt: Betroffene jagen Korrekturen nach, was oft verschlimmert, z. B. Hautpickeln. "Sie glauben, die nächste Behandlung macht sie 'normal'. Doch Zufriedenheit bleibt aus oder ist flüchtig."
3. Sie isolieren sich sozial
BDD wird oft mit sozialer Angst verwechselt, da Betroffene Kontakte meiden, um vermeintliche Makel zu verbergen oder Vergleiche zu vermeiden.
"Sie grübeln, wie andere besser aussehen – besonders Ihr Fokuspunkt", sagt Carla Korn, lizenzierte Psychotherapeutin, spezialisiert auf Körper- und Essstörungen.
Was Sie tun können
Professionelle Hilfe ist essenziell – idealerweise bei Spezialisten für Zwangsstörungen, Depressionen oder soziale Ängste. Gespräche mit Freunden helfen, reichen aber oft nicht.
Malone erlebte: Komplimente fühlten sich unglaubwürdig an, Familie warf ihr Aufmerksamkeitssuche vor. "Das machte es schlimmer – ich fühlte mich unverstanden."
Suchen Sie gezielt einen Therapeuten. BDD kann tieferliegende Probleme maskieren, wie Korn betont. Der Schritt lohnt sich für Ihr Wohlbefinden.