Laut einer Umfrage greifen 38 % der Erwachsenen in stressigen Phasen zu ungesunden Lebensmitteln oder essen zu viel. Zwar mag ein halber Liter Eis oder eine Tüte Chips kurzfristig Trost spenden, doch neueste Forschungsergebnisse zeigen: Junk Food verschlechtert die Stimmung langfristig.
Die Verbindung zwischen Stress und Appetit
Studien belegen, dass Stress die Fettaufnahme steigert. Ein erhöhter Cortisolspiegel weckt Heißhunger. Besonders riskant sind frittiertes, salziges oder süßes Essen mit wenig Nährstoffen, aber vielen Kalorien, erklärt Vicki Shanta Retelny, RDN und Autorin von „Total Body Diet for Dummies“. Solche Lebensmittel fördern Entzündungen und lassen den Blutzucker schwanken – was die Stimmung empfindlich stört.
Faktoren wie oxidativer Stress, Entzündungen und Insulinresistenz können Gehirnveränderungen auslösen, die mit Depressionen einhergehen. Eine gezielte Ernährung wirkt diesen Veränderungen entgegen. Umgekehrt beeinflusst Ihre Stimmung auch, was Sie essen möchten.
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Eine Studie in der Zeitschrift Nutritional Neuroscience offenbart geschlechtsspezifische Reaktionen auf ungesunde Ernährung. „Psychischer Stress hängt bei Männern mit den schlechtesten Essgewohnheiten zusammen, während Frauen seltener psychisches Wohlbefinden empfinden, wenn sie gesund essen und leben meiden“, erläutert Forscherin Lina Begdache, PhD, RD und Assistenzprofessorin an der Binghamton University.
„Gesunde Ernährung und Bewegung sind für beide Geschlechter essenziell. Frauen sollten jedoch besonders aufpassen, da sie empfindlicher auf Ernährungsschwankungen reagieren.“ Das liegt teils an der höheren neuronalen Vernetzung im weiblichen Gehirn, was eine nährstoffreiche Ernährung für ihre mentale Gesundheit umso wichtiger macht, betont Begdache.
Die beste Ernährung für Ihre Stimmung
Begdache fand: Die mediterrane Ernährung fördert psychisches Wohlbefinden, besonders bei Frauen. Eine 2018er Literaturübersicht bestätigt: Strenge Anhänger von Fisch, Nüssen, Gemüse und Obst hatten 33 % geringeres Depressionsrisiko als Fans westlicher Kost mit verarbeitetem Fleisch, Transfetten und Alkohol.
Zusammenfassung und Tipps
Eine ausgewogene Ernährung, Zeit in der Natur und Stressmanagement lindern Wohlbefindensstörungen und hemmen Depressionen. Statt zu Süßem oder Salzigem zu greifen, probieren Sie Journaling, Lesen oder einen Anruf bei Freunden. „Bewegung entlastet den Alltagsstress, hält die Taille schlank und boostet das Wohlbefinden“, rät Retelny.