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NYU-Langzeitstudie: Psilocybin lindert Angst und Depressionen bei Krebspatienten – Effekte halten bis zu fünf Jahre

Fast fünf Jahre nach der ursprünglichen Studie haben Forscher der New York University (NYU) festgestellt, dass eine Einzeldosis Psilocybin in Kombination mit Psychotherapie langfristig positive Effekte auf Angstzustände und Depressionen bei Krebspatienten haben kann.

Bereits 2016 zeigten Untersuchungen, dass Psilocybin – eine natürliche Substanz aus psychedelischen Pilzen – Krebspatienten Linderung von Depressionen, Angst und existentieller Belastung bietet und das spirituelle Wohlbefinden steigert. Die Vorteile wirkten unmittelbar, und eine Nachuntersuchung nach viereinhalb Jahren bestätigte ihre Nachhaltigkeit.

Als längste Studie zu Psilocybin bei Krebspatienten liefern die Ergebnisse wertvolle Erkenntnisse über das Potenzial dieser Therapie.

Nachverfolgung der Originalstudie

In der Ausgangsstudie erhielten 29 Krebspatienten entweder eine Dosis Psilocybin oder ein Placebo, das psychedelische Empfindungen simulierte. Anschließend nahmen sie an neun Psychotherapiesitzungen teil.

Die Forscher folgten den Teilnehmern nach sechseinhalb Monaten, drei Jahren und viereinhalb Jahren. Selbst in der jüngsten Nachuntersuchung hielten die positiven Effekte auf die psychische Gesundheit an: Weniger Depressionen, Hoffnungslosigkeit und Todesangst, dafür mehr Lebensfreude.

Zudem berichteten 71 bis 100 % der Teilnehmer, dass die psilocybinunterstützte Therapie eine der bedeutendsten und spirituellsten Erfahrungen ihres Lebens war.

Potenzial für zukünftige Therapien

Hauptautorin Gabby Agin-Liebes, Ph.D.-Kandidatin, erklärt: „Das Medikament ermöglicht eine tiefe, sinnstiftende Erfahrung, die im Menschen verankert bleibt und Denkweisen grundlegend verändern kann.“

Während weitere Forschung nötig ist, um die Wirkmechanismen zu verstehen, wird angenommen, dass Psilocybin das Gehirn für neue Ideen öffnet. Es hilft, aus Grübeleien und eingefahrenen Mustern auszubrechen und eine erweiterte Perspektive zu gewinnen.

Bei Krebspatienten mit überwältigender Angst und Depression ist ein neuer Ansatz dringend gefragt, betont Stephen Ross, M.D., außerordentlicher Professor und Leiter der Originalstudie: „Unsere Ergebnisse deuten stark darauf hin, dass Psilocybin-Therapie das Wohlbefinden von Patienten mit lebensbedrohlichem Krebs nachhaltig verbessern kann.“

Weitere Forschung erforderlich

Konventionelle Antidepressiva wirken oft nur bei der Hälfte der Patienten und adressieren selten die existenzielle Angst einer Krebsdiagnose. Psilocybin mit Psychotherapie könnte hier einen Durchbruch bieten.

Wichtig: Agin-Liebes warnt, Psilocybin nicht selbstständig einzusetzen. „Es muss in einer kontrollierten, psychologisch sicheren Umgebung unter Anleitung qualifizierter Therapeuten erfolgen.“

Nächste Schritte umfassen Studien mit diverseren Gruppen. Bis Ärzte Psilocybin verschreiben dürfen, lohnt es, die Forschung zu Psychedelika-Therapien zu verfolgen. Mehr dazu im Interview mit Gita Vaid, M.D., im mindbodygreen-Podcast.