Sobald ich zu Hause in Raleigh am Flughafen ankam, tat ich etwas, das ich seit 10 Jahren nicht mehr getan hatte: Ich setzte mich bei Five Guys hin und aß einen Hamburger.
Seit einem Jahrzehnt hatte ich kein Hackfleisch mehr gegessen. Ich entfernte sorgfältig die Haut von jedem Hähnchenstück, mied frittierte Speisen und fettige Zusätze wie Mayonnaise oder Butter. Als Vorbild für clean eating füllte ich meinen Teller mit Obst, Gemüse, Fisch, hautlosem Hähnchen und Vollkornprodukten. Getrocknete Mangoscheiben waren mein kleines Laster. Im Namen guter Gesundheit – und etwas Eitelkeit – hatte ich den Drang zum Genussessen unterdrückt. "Ich esse nicht nach Geschmack", prahlte ich einst stolz vor Freunden, während ich Kalorien und Proteinwerte aufzählte.
Trotzdem war ich mehrmals dem Tod nahe gewesen – und es wurde schwer, die Ernährung als alleinigen Übeltäter zu sehen. Mein eigener, gut genährter Körper hatte sich gegen sich selbst gewandt. Ob es die Erkenntnis war, dass reine Ernährung allein nicht ausreicht (ein "stärkeres" Immunsystem war das Letzte, was ich brauchte), oder die Wochen mit der Ernährungssonde: Im Flughafen erwachte mein Verlangen nach Fleisch wieder. Ich sah keinen Sinn mehr darin, Kanäle zur Freude abzuschneiden.
Ich genoss diesen Hamburger in vollen Zügen – wie ein Festmahl nach langer Fastenzeit oder die erste feste Nahrung nach einer schweren Grippe.
"Think it, do it" hat sich zu meinem Leitmotiv entwickelt.
Dieser Moment der Ruhe ließ mich über eine neue Lebenseinstellung nachdenken, die mir in den letzten Wochen gekommen war: einen frischen Ansatz für meinen Kampf ums Überleben. Denke es, tu es hallte in meinem Kopf wider. Das Komma war entscheidend – kein Punkt dazwischen. Nicht denken und dann willkürlich handeln, sondern bewusst nachdenken und dann konsequent umsetzen, ohne Halten auf halbem Weg.
Ich sehe dieses Mantra nicht als Ausrede für Impulsivität; ich plane nicht, jeden Gedanken laut auszusprechen oder wahllos online einzukaufen. Denke es, tu es ist mein Leitbild geworden. Jeder Gedanke wird geprüft: Lohnt es sich? Wenn ja, volle Fahrt voraus – unabhängig von perfekten Voraussetzungen. Das zwingt mich, präzise zu fokussieren, was ich wirklich will, spart mentale Energie und vertreibt Zweifel.
Wir denken oft an lebensverändernde Ideen für uns oder unsere Liebsten, reden uns aber heraus. Denke es, tu es hilft, Unwichtiges zu filtern und Wertvolles umzusetzen. An jenem Tag fühlte sich der Hamburger genau danach an.
Auszug aus Chasing My Cure: A Doctor's Race To Turn Hope Into Action (Ballantine Books) von David Fajgenbaum.