DeuAq.com >> Leben >  >> Gesundheit

Leaky Gut Syndrome: Mythos oder Realität? Die wissenschaftliche Wahrheit über den 'undichten Darm'

Das Leaky Gut Syndrome wird als Ursache unzähliger chronischer Erkrankungen angepriesen. Wissenschaftlich fehlen jedoch jegliche Belege dafür. Dennoch verbreiten Medien, Bücher und Unternehmen diesen Mythos weiter.

'Leaky Gut' bedeutet 'undichter Darm'. Die Theorie besagt, dass vergrößerte Öffnungen in der Darmschleimhaut Krankheitserreger und Schadstoffe leichter in den Körper gelangen lassen.

Befürworter sehen darin die Wurzel für Symptome wie Müdigkeit, Migräne, Allergien, Rheuma, Diabetes, chronische Entzündungen bis hin zu Multipler Sklerose. Eine Behandlung des Darms solle diese lindern oder verhindern. Keine Studie bestätigt diese Zusammenhänge – 'Leaky Gut Syndrome' ist kein anerkannter medizinischer Begriff.

Was steckt wirklich hinter dem Leaky Gut Syndrome?

Unsere Darmschleimhaut ist natürlich durchlässig, damit Nährstoffe aufgenommen werden können. Laut ZEIT kann sie bei bestimmten Erkrankungen tatsächlich poröser werden.

Das tritt bei Zöliakie, chronischen Darmentzündungen wie Morbus Crohn, Allergien oder Reizdarm auf, wie Studien zeigen. Auch exzessiver Alkoholkonsum oder häufige Einnahme von Ibuprofen, ASS und anderen NSAIDs kann die Schleimhaut schädigen.

Dieser Aspekt klingt plausibel. Doch entscheidend: Es gibt keine Belege, dass erhöhte Durchlässigkeit Krankheiten verursacht. Sie könnte vielmehr eine Folge sein. Harvard Medical School betont: Fehlende Studien belegen keinen kausalen Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen. Der Begriff boomt vor allem in Alternativmedizin und Social Media.

Leaky Gut Syndrome: Diagnose und Therapie ohne Evidenz

Tests zur Messung der Darmdurchlässigkeit existieren, doch ihre Zuverlässigkeit ist umstritten, so ZEIT. Therapieempfehlungen bleiben spekulativ.

Im Netz werden Einläufe, Nahrungsergänzungsmittel oder Diäten als Wundermittel beworben, wie Medizin Transparent kritisiert. Ohne klare Definition und Wirkmechanismen fehlt hier jegliche wissenschaftliche Basis.

ZEIT nennt es 'pseudowissenschaftliche Geschäftemacherei' – Supplements kosten teuer, helfen aber nicht. Stattdessen rät Harvard Medical School zu einer ausgewogenen Ernährung. Ballaststoff- und nährstoffreiche Kost stärkt die Darmflora und schützt vor Erkrankungen wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Problemen, wie Apotheken Umschau berichtet. Ursachen von Zöliakie, Crohn oder MS bleiben jedoch ungeklärt.