Ein Furunkel ist eine tiefe Hautentzündung, die Sie auf keinen Fall selbst behandeln sollten. Erfahren Sie hier von potenziellen Komplikationen und warum professionelle Hilfe entscheidend ist.
Furunkel entstehen durch Bakterien und ähneln anfangs harmlosen Eiterpickeln, liegen jedoch tiefer in der Haut. Sie betreffen den Haarbalg – den umschließenden Teil der Haarwurzel – sowie das umliegende Bindegewebe.
Furunkel sind extrem schmerzhaft und können walnussgroß werden. Sie erscheinen als gerötete Schwellung, bei der der Eiter unter der Haut sichtbar sein kann. Haupterreger sind Staphylokokken-Bakterien, die normalerweise harmlos auf Haut und Schleimhaut leben. Bei geschwächtem Immunsystem können sie jedoch eine Infektion auslösen.
Furunkel treten häufig an diesen Stellen auf:
- im Gesicht, z. B. Oberlippe oder Nasenschleimhaut
- im Nacken oder am Hals
- im Intimbereich oder am Po
- unter den Achseln
- an Leisten und Oberschenkeln
Symptome eines Furunkels
Bevor Sie eine Gesichtsveränderung selbst therapieren, klären Sie ab, ob es sich um ein Furunkel handelt. Das Verwechseln mit einem Pickel kann zu schweren Folgen führen. Typische Merkmale sind:
- Rötung
- sichtbare Hautschwellung
- Schmerzen
- Eiterpfropf
- Wärme abstrahlend
- Größe kirschkern- bis walnussgroß
- eventuell Fieber und Abgeschlagenheit
Übrigens: Verbinden sich mehrere Furunkel, entsteht ein Karbunkel.
Furunkel: Immer zum Arzt gehen
Bei Verdacht auf eine Hautentzündung und Unsicherheit, ob es sich um einen harmlosen Pickel handelt, konsultieren Sie umgehend einen Arzt. Dieser untersucht genau und schließt andere Ursachen aus.
Furunkel werden durch Staphylococcus-Bakterien verursacht, die schwere Erkrankungen auslösen können. Bei Eigenbehandlung können sie sich über die Blutbahn ausbreiten. Mögliche Komplikationen:
- Lymphknotenentzündung
- Blutvergiftung (Sepsis)
- Hirnhautentzündung
Zu Hirnhautentzündungen: Bei Furunkeln im Gesicht (z. B. Nase, Oberlippe) können Bakterien ins Gehirn gelangen und eine Hirnhautentzündung verursachen. Auch Blutgerinnsel sind denkbar – hier ist oft eine Antibiotikabehandlung nötig.
Wichtig: Bleiben Sie ruhig: Solche Komplikationen sind selten, wenn professionell vorgegangen wird.
Professionelle Behandlung eines Furunkels
Bei bestätigtem Furunkel heilt es entweder spontan ab oder bildet sich zurück. Verschlimmert es sich, erfolgt eine fachgerechte Therapie.
Der Arzt betäubt die Stelle, schneidet auf und lässt den Eiter abfließen. Die Wunde bleibt offen zur Heilung. Je nach Fall: Antibiotika oder antiseptische Salbe.