Viele Menschen setzen auf probiotische Nahrungsergänzungsmittel, um Blähungen zu reduzieren und die Verdauung zu fördern. Forscher der BMJ und der Brighton and Sussex Medical School haben nun gezeigt, dass darmfreundliche Bakterien auch die psychische Gesundheit stärken können. Erwachsene, die Probiotika – allein oder kombiniert mit Präbiotika – einnahmen, erlebten eine spürbare Linderung depressiver Symptome.
Was sagt die Forschung?
Die Analyse basiert auf sieben Studien der letzten 15 Jahre. In jeder Studie erhielt eine Gruppe Prä- oder Probiotika, während eine Kontrollgruppe ein Placebo bekam oder keine Behandlung erhielt. Alle Untersuchungen bewerteten die Wirkung auf Stimmungsstörungen wie Depressionen und Angstzustände.
Jede Studie testete 12 Probiotikastämme, darunter Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus casei und Bifidobacterium bifidum. Die Teilnehmer zeigten nach der Einnahme Verbesserungen bei ängstlichen Symptomen sowie positive Veränderungen in biochemischen Markern für Depressionen und Angst.
Wie wirken Probiotika auf die Stimmung?
Dies ist nicht die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen Darm- und psychischer Gesundheit aufzeigt. Die Erklärung liegt in der Darm-Gehirn-Achse – einem bidirektionalen Kommunikationssystem zwischen Mikrobiom und Gehirn.
Nach der BMJ-Studie profitierten besonders Erwachsene mit bestehenden Darmerkrankungen wie Reizdarmsyndrom (IBS) am stärksten. Ihr unausgeglichenes Mikrobiom hatte zuvor Psyche und Verdauung belastet. Probiotika förderten gesunde Bakterien, was zu besserer Darmfunktion und gehobener Stimmung führte.
Fazit
Psychische und Darmgesundheit sind über die Darm-Hirn-Achse eng verknüpft. Die Forschung bestätigt: Probiotika als Ergänzung – oder in Lebensmitteln – können depressive Symptome mildern.