Chlor im Trinkwasser ist in Deutschland selten, aber auf Reisen in Ländern wie den USA oder Australien üblich. Als Experten für Trinkwasserqualität erklären wir, was Sie wissen müssen, um sicher zu trinken.
Der typische Chlorgeruch erinnert an Schwimmbäder, wo Chlor als wirksames Desinfektionsmittel Keime bekämpft. Ähnlich schützt es Trinkwasser vor Bakterien und Erregern, indem es diese abtötet.
In Deutschland gelten strenge Grenzwerte nach der Trinkwasserverordnung. Wasserversorger setzen Chlor nur in Ausnahmefällen ein. Im Ausland, etwa in Australien, England oder den USA, ist gechlortes Wasser Standard – immer innerhalb gesundheitlicher Grenzen.
Warum wird Chlor im Trinkwasser eingesetzt?
Chlor, ein gasförmiges Element mit starkem Geruch, löst sich gut in Wasser. In hohen Dosen giftig, tötet es in Maßen Erreger wie EHEC-Bakterien (enterohämorrhagische E. coli), die Magen-Darm-Erkrankungen mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen können. Schwerwiegend kann es zu Darmentzündung, Blutarmut oder Nierenschäden führen.
Die Trinkwasserverordnung verbietet E. coli in 100 ml Wasser. Viele Wasserwerke nutzen Chlor sparsam; der Grenzwert liegt bei 0,3 mg/l (laut Süddeutscher Zeitung). In Australien sind es bis zu 5 mg/l, in England und den USA wird Chlor flächendeckend eingesetzt.
Etwa die Hälfte der deutschen Wasserwerke verzichtet auf Chlor und nutzt gefiltertes Grundwasser oder Alternativen wie Ozon und UV-Strahlung. Ozon wird vor der Verteilung entfernt.
Höhere Chlorwerte in Deutschland: Wann tritt das auf?
Nach Starkregen kann Oberflächenwasser verunreinigt sein und mehr Chlor erfordern. Ohne behördliche Warnungen ist es sicher. Bei hohen Werten raten Gesundheitsämter zum Abkochen, da Chlor dann verdampft.
Trinkwasser auf Reisen: Unsere Empfehlungen
Die US-Centers for Disease Control (CDC) bewerten weltweit Leitungswasser. In Ländern mit höheren Chlorwerten wie USA oder Australien ist es bedenkenlos trinkbar. Der Geruch stört ab 0,6 mg/l, doch Studien (Süddeutsche Zeitung) deuten auf ein leicht erhöhtes Krebsrisiko hin – nicht abschließend geklärt.
Schwangere, Stillende, Babys und Kleinkinder sollten gechlortes Wasser meiden, da es die Gehirn- und Immunentwicklung beeinträchtigen könnte.
Chlor entfernen: Praktische Lösungen
Auf Reisen oder im Ausland helfen Aktivkohle-Filter oder Filterflaschen, Chlor zu reduzieren – nachhaltiger als Plastikflaschen. In Deutschland sind Filter oft unnötig und bei Fehlanwendung riskant. Mehr dazu: Wasser filtern: Wie sinnvoll sind Wasserfilter von Brita & Co.?
Beachte: In Ländern mit verunreinigtem Wasser: Informieren Sie sich vorab über Filtermethoden, um Erkrankungen zu vermeiden.