Johanniskrautöl ist ein bewährtes natürliches Heilmittel für gereizte und verletzte Haut. Es lindert Schmerzen und fördert die Heilung. Mit einfachen Zutaten stellen Sie es selbst her.
Johanniskrautöl: Zuverlässige Hilfe für die Haut
Johanniskrautöl, ein intensiv rotes Öl aus den gelben Blüten des Johanniskrauts, ist seit Jahrhunderten in der Kräutermedizin bekannt. Bekannt auch als Rotöl oder Johannisblut, wird es traditionell bei Hautproblemen eingesetzt. Viele assoziieren Johanniskraut mit Tees gegen Depressionen oder Magenbeschwerden, doch aus frischen Blüten lässt sich ein vielseitiges Heilöl für die Haut gewinnen.
Die Blütenblätter enthalten feine Drüsen mit ätherischen Ölen. Für Johanniskrautöl reicht ein einfacher Ölauszug: Blüten mit Öl übergießen und in die Sonne stellen. Die Wärme extrahiert die wertvollen Inhaltsstoffe sanft.
In der traditionellen Kräutermedizin wird es wegen seiner reichen Wirkstoffe für die Wundheilung geschätzt:
- Hypericin, der rote Farbstoff, wirkt antibakteriell gegen Entzündungen.
- Polyphenole entzünden hemmend und antioxidativ.
- Hyperforin fördert die Wundheilung und wirkt entzündungshemmend. Zusammen mit Hypericin trägt es zur stimmungsaufhellenden Wirkung bei, die bei leichten Depressionen hilft.
Johanniskrautöl herstellen: Unser bewährtes Rezept
Für ein Glas Johanniskrautöl benötigen Sie:
- 50 g frische Blüten (im Sommer am wirkstoffreichsten; auch später ernten, inklusive roter Samenkapseln).
- 200 ml Bio-Pflanzenöl wie Olivenöl, Sesamöl (z. B. im Avocadostore) oder Weizenkeimöl (z. B. im Avocadostore).
- Einmachglas mit Schraubdeckel (z. B. Marmeladenglas).
- Sonne und Zeit oder einen Stabmixer.
Zubereitungsschritte:
- Gläs steril auskochen, um Keime zu entfernen.
- Frische Blüten von Stängeln zupfen.
- Glas zu einem Viertel mit Blüten füllen.
- Mit Öl auffüllen.
- Dicht verschließen und sonnig-warm stellen.
- 6 Wochen ziehen lassen, regelmäßig schütteln. Das Öl verfärbt sich rot.
- Durch sauberes Tuch abseihen.
- In braune Apothekerflasche umfüllen, lichtgeschützt haltbar bis zu 1 Jahr.
Tipp: Halten Sie das Verhältnis 4:1 (Öl:Blüten) bei, für jede Menge anpassbar.
Schnellrezept für Eilige: Schritte 3–6 ersetzen durch:
- Blüten mit Öl pürieren.
- 3 Stunden im Wasserbad erwärmen (nicht kochen).
- Abseihen und abfüllen.
Johanniskrautöl anwenden: Praktische Tipps aus Tradition und Praxis
Bei Verletzungen einreiben: Es beschleunigt die Wundheilung und mindert Infektionsrisiken – gestützt auf jahrhundertealte Erfahrungen, ergänzt durch wenige klinische Studien.
- Geschlossene Wunden täglich einreiben für elastische Haut und flachere Narben.
- Bei leichten Verbrennungen sofort auftragen: Rötung und Schmerz subsiden. Achtung: Schwere Verbrennungen mit Blasen medizinisch abklären.
- Mundwunden nach Extraktionen oder Milchzahnverlust beruhigen.
Zur Geburtsvorbereitung: Vaginal- und Dammbereich einreiben für mehr Elastizität und weniger Risse.
In der Hautpflege:
- Bei Neurodermitis oder Schuppenflechte: Juckreiz lindern, Entzündungen mildern. Die Universitätsklinik Freiburg berichtet von Erfolgen mit Öl und Creme.
- Haarkur: Tropfen in feuchtes Haar, 20 Min. einwirken, ausspülen – bei schuppiger, fettiger Kopfhaut.
- Akne: Auf Pickel tupfen für schnellere Heilung und weniger Narben.
Johanniskrautöl: Wichtige Hinweise zu Nebenwirkungen
Hypericin erhöht die UV-Empfindlichkeit – nach Auftrag Sonne meiden, um Sonnenbrand zu vermeiden. Die Pharmazeutische Zeitung zitiert Studien: Bei üblichen Dosen im Öl geringes Risiko, wie Praxis in Montenegro zeigt (Strandpflege gegen Sonnenbrand).
Achtung Wechselwirkungen: Johanniskraut kann Medikamente (auch Pille) beeinflussen, teils gefährlich. Apotheken Umschau warnt. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt.